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GORE-TEX Blog

Juli 20, 2018

Arc’teryx Alpine Academy in Chamonix: Wet, Dry, Trad, Smile

Die alpine Akademie von Arc'teryx ist wie guter französischer Rotwein: er ist selten, aber er wird jedes Jahr besser. Anfang Juli luden die Kanadier wieder mit Unterstützung von GORE-TEX wissbegierige, alpin ambitionierte Berg-Enthusiasten nach Chamonix. Dutzende Bergführer und Kletter-Koryphäen wie Robert Jasper zeigten den Teilnehmern, wo der Hammer hängt, wie man den Cam setzt und das Tool platziert.

Arc’teryx Alpine Academy in Chamonix: Wet, Dry, Trad, Smile

Der französische Rotwein: Die Legende besagt, er sei süpèrb. Die Realität ist nach dem Griff ins Supermarktregal aber oft angesäuert und der nächste Morgen entsprechend verkatert. Man muss wohl ein Händchen dafür haben, edle Tropfen von teurem Fusel unterscheiden zu können. Ein Händchen hatte Arc’teryx bei der neuesten Auflage seines Bergevent-Klassikers „Alpine Academy“. Das Wetter war am ersten Tag etwas mau, um aber bereits bei der „Beer o’Clock“ am Freitag Nachmittag den Blick frei zu geben auf das, weswegen Chamonix weltberühmt ist: glühende Felsspitzen über der Stadt, der Bossons Gletscher, welcher sich wie ein Lavastrom gen Tal bewegt, und über allem die weißgelb leuchtende Kuppel des Mont Blanc.

Bei diesem Anblick, den man direkt vom „Alpine Village“ mitten in der Stadt genießen konnte, hätte man auch roten Fusel verkraftet, ohne dass die Stimmung versauert wäre. Aber mit dem lokalen Blonden und dem Pale Ale von MBC überließ Arc’teryx auch bei der Getränkewahl nichts dem Zufall. Echte Kenner, diese Kanadier. Ob es daran liegt, dass Marketing Manager Stéphane Franzose ist und die Tücken lokaler Weine kennt? Oder er einfach selbst lieber Bier trinkt? Jedenfalls sorgte das lokale Bier von MBC dafür, dass die ohnehin gute Stimmung abends lange auf oberstem Niveau blieb. Darauf tchin-tchin et à vôtre santé!

GORE-TEX Momente und Trad Climbing

In den letzten Jahren haben wir viel über das Wetter geschrieben. Keine Academy ohne Regen, das war die Regel. Gore revolutionierte vor über vierzig Jahren mit seinen wasserdichten und atmungsaktiven Laminaten den Bergsport und manchmal könnte man unken, dass selbst das Wetter bei GORE-TEX Veranstaltungen von Gore maßgeschneidert ist. So weit reicht der Einfluss der Membran-Spezialisten aber dann doch nicht, und es war Zufall, dass auch heuer der erste Academy-Tag sehr nass war.

Es blieb aber der einzige „GORE-TEX Moment“: Ab Samstag herrschte ein stabiles Hoch und bescherte strahlenden Sonnenschein. Schon am Freitag Wetterglück hatte die „Trad Climbing Clinic“ mit GORE-TEX Athlet Robert Jasper. Der Workshop fand am wohl trockensten Platz der gesamten Savoyer Alpen statt. Die Teilnehmer kamen in den Genuss, hervorragende, selbst abzusichernde Risse in bestem Gneis zu klettern. Für diesen Workshop, der wie auch alle anderen nach nur 10 Minuten ausgebucht war, konnte man nur noch über GORE-TEX an zwei exklusive Tickets kommen. Diese wurden verlost und Olena war eine der glücklichen Gewinnerinnen. „Don’t push the cam too far into a crack“, demonstrierte Robert einen gängigen Fehler beim Setzen eines Klemmgeräts. Viele Trad-Anfänger (Trad steht übrigens für „traditional climbing“) versenken vor lauter Angst ihre Klemmkeile und Friends zu fest und zu tief im Fels, was es oft unmöglich macht, sie wieder zu entfernen.

Auch mit einem soliden Kletterniveau ist es eben etwas anderes, selbst gelegten Sicherungen zu vertrauen, anstatt einfach eine Exxe in einen Bohrhaken zu clippen. Profikletterin Nina Caprez zeigte ebenfalls, wie man „Bomber“ Klemmkeile legt und turnte locker einen 6b Riss hinauf. Für die meisten Teilnehmer war das eine fast unlösbare Aufgabe, aber sie hatten riesigen Spaß daran, rumzuprobieren und sich zu schinden.

Geballtes alpines Know-How

Robert gab sein Fachwissen auch im Rahmen eines sehr gut besuchten Seminars weiter. Statt am Fels konnten sich die Besucher „Insights on modern expedition planning by fair means“ in einem schnöden Seminarraum abholen. Gerade das macht den Reiz und den Wert der AAA aus: Theorie und Praxis gehen Hand in Hand. Und in welchen anderen Sportarten kann man absolute Weltstars live und direkt befragen und sich von ihnen Tipps und Tricks abschauen? Robert Jasper ist einer der weltbesten Eis- und Mixedkletterer, der etliche Male neue Maßstäbe setzte: Extreme Routen und Erstbegehungen in Patagonien, auf Baffin und immer wieder am Eiger gehen auf sein Konto, ebenso wie der Vorstoß in neue Schwierigkeitsdimensionen beim Mixed-Klettern. „Dr. Eiger“ brach direkt im Anschluss an die AAA zu einer Solo-Expedition nach Grönland auf. Die „Insights“ von Robert sind also Theorie, die sich in der Praxis bewähren muss. Wir drücken ihm die Daumen, dass bei ihm im Kajak, auf dem Inlandeis und an der Felswand alles gut geht und er gesund wiederkommt!

Drytooling*: Mit Eisgeräten an den Fels

Gefühlvoll legt Robert die Spitze der Stahlhaue in ein kleines Loch in einer überhängenden Felswand. Die Frontalzacke des Mono-Steigeisens kratzt, bis sie auf einer kleinen Leiste Halt findet. „Zum Sportklettern ist der Fels nix, die Oberfläche ist zu bröselig. Deshalb haben sie die Löcher gebohrt und markiert. Um Drytoolen zu üben und zum Trainieren ist das hier super!“, meint Robert und demonstriert, wie man sich an den Eisgeräten die Wand hinauf hangelt. Umgreifen, eindrehen, Fuß hoch, Zacken ins nächste Loch, Eisgerät über die Schulter hängen, Seil in die Exxe klippen, Schwerpunkt verlagern, und Vorsicht, dass man sich nicht die Nase zertrümmert, wenn das Gerät unkontrolliert abrutscht.

Auch beim Workshop am Samstag sind zwei Teilnehmer dabei, die Losglück hatten. Jürgen und Daniel aus Kärnten waren ein paar Minuten zu spät dran mit der Anmeldung für die AAA. Umso mehr freuten sie sich, dass es über GORE-TEX noch geklappt hat. Beide sind erfahrene Kletterer, aber die ungewohnten Bewegungen und die Dauerbelastung der immer gleichen Muskeln sorgten für ordentlich dicke Arme. Etwas seltsam ist es schon, sich im T-Shirt, mit Helm auf, Steigeisen an den Füßen und Eisgeräten in der Hand eine markierte Wand hinaufzupumpen. Aber schließlich wollten alle Teilnehmer genau dieses Unbekannte, Besondere erleben. Außerdem war es halt auch saulustig, wenn mal wieder einem die Kraft ausging und das Eisgerät in einem Loch hängen blieb, während er schnaufend ins Seil plumpste. Neben neuen Erkenntnissen nahmen wahrscheinlich einige auch einen ordentlichen Muskelkater von der Drytooling Clinic nach Hause.

Big Days im Zentrum des Alpinismus

Chamonix ist zweifellos die Welthauptstadt des Bergsteigens. Und die Alpine Academy von Arc’teryx ist schlicht das bedeutendste Event dieser Art und für ein paar Tage Anfang Juli der alpine Nabel der Welt. 410 Teilnehmer aus 28 Ländern wurden von 110 Bergführern und 33 Athleten bei 34 verschiedenen Workshops betreut und angeleitet. Aus gutem Grund und mit einem gewissen Stolz ist die Marke GORE-TEX seit Jahren der starke Partner der Veranstaltung, auch die Stadt Chamonix und die lokale Infrastruktur sind Teil der Academy. Zur Bedeutung von Chamonix für’s Bergsteigen und Klettern passt es, dass dort kurz nach der Academy ein Kletterweltcup stattfand. Auch hier gab es für uns Grund zur Freude (und Stolz): GORE-TEX Athlet Alex Megos erkletterte einen tollen dritten Platz. Wir gratulieren herzlich – dem Alex für seinen Erfolg und dem Arc’teryx Team und allen Unterstützern und Teilnehmern zu einer tollen AAA 2018. Hoffentlich sehen wir uns im nächsten Jahr wieder! Ach ja: Die Frage nach dem besten Rotwein blieb unbeantwortet. Als Erkenntnis nehme ich dafür mit nach Hause, dass die Franzosen nicht nur Kronenbourg können.

* Drytooling: Klettern mit Eisausrüstung im Fels, also an „trockener“ Materie, im Gegensatz zum Eisklettern. Von „tool“, kurz für „ice tool“, also Eisgerät.

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