Premiere in der Karriere des Gore-Partners und Interlakner Profibergsteigers
Erstmals in seiner Karriere hat
Stephan Siegrist das Klettern am Eiger mit dem Basejumpen verbunden. Er sprang von einem Felsvorsprung im westlichen Teil der Eigernordwand, dem sogenannten «Pilz»,
über 1000 Meter in die Tiefe. Zuvor hatten er und sein Kletterpartner Ralf Weber die schwierige Kletterroute «Magic Mushroom», die direkt auf den «Pilz» führt, zum ersten Mal ohne technische Aufstiegshilfen geklettert.
Für den Sprung in die Eigernordwand widmete sich Stephan Siegrist zwischen Expeditionen und Kletterprojekten eineinhalb Jahre lang dem erlernen des
Basejumpen. «Die Kombination aus Klettern und Basejump am Eiger war ein Traum, der seit langem in meinem Kopf herumgeisterte», erklärt der 37-jährige Spitzenalpinist aus Interlaken BE. Nun hat er sich den Wunsch erfüllt, am Eiger die «Elemente Erde und Luft zu kombinieren».
Der «Pilz» ist unter Basejumpern seit Jahren ein beliebter Absprungpunkt, wobei er per Helikopter oder Fixseil aus der Westflanke des Bergs erreicht wird.
Dem Gore-Partner Stephan Siegrist war jedoch daran gelegen, sein Können als Spitzenkletterer und Basejumper ohne technische Hilfsmittel zu verbinden.
Um ohne vorgängige Materialdepots in der Wand auszukommen, übernachteten Stephan Siegrist, Ralf Weber und der Materialverantwortliche Thomas Theurillat in einem Hängezelt – im Fachjargon: Portaledge – in der Mitte der Route
«Magic Mushroom». Diese wurde 2007 vom Schweizer Profibergsteiger Roger Schäli und dem Südtiroler Christoph Hainz eingerichtet. Sie führt durch die Eigernordwand in 21 Seillängen auf den 3219 Meter hohen «Pilz» und erreicht den Schwierigkeitsgrad 7c+.