Auf Skiern zum Gipfel, auf Wolke Sieben ins Tal: Skitouren-Tipps für Ein- und Aufsteiger
Es gibt zahlreiche Gründe, warum Skitouren immer populärer werden. Gerade Anfänger sollten jedoch nicht unvorbereitet in diese faszinierende Sportart einsteigen. Wir haben für euch hilfreiche und lebenswichtige Informationen über Ausrüstung, Schnee- und Lawinenkunde zusammengestellt.


Skifahren weit weg vom Trubel der Ski­ge­biete. Auf einem ein­samen Gipfel sitzen und danach durch unverspurte Powderhänge ins Tal schweben. Das ist es, was Skitourengehen ausmacht. Aber auch: Anstrengung, Kälte, Lawinengefahr. Speziell für Einsteiger ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Dies betrifft sowohl die Ausrüstung wie auch die konkrete Tourenplanung und das Einschätzen des Wetters und des Lawinenrisikos.

Tipp 1: Lawinenkunde und Schneebeschaffenheit

Über die Lawinenwarnstufen informieren die Lawinen­warn­dienste der Alpen­länder und die Seiten der Alpenvereine, etwa www.lawinenwarndienst-bayern.de oder www.lawine.at. Für Touren in der Schweiz konsultiert man am besten das Schweizerische Lawinen­for­schungsinstitut SLF: www.slf.ch. Während der Haupt­saison wird täglich morgens (vom SLF sogar nochmals am frühen Abend) der aktuelle Lawinenlagebericht bzw. das Lawinenbulletin veröffentlicht. Achtung: Es braucht einiges an Übung und Hintergrundwissen, um den Lawinenlagebericht auch richtig interpretieren zu können. Aber zumindest die aktuelle Lawinenwarnstufe muss man kennen, wenn man abseits der gesicherten Pisten unterwegs ist.

Tipp 2: Software – Bekleidung im Zwiebellook-Prinzip

Bekleidung muss bei Skitouren einiges leisten, um den Körper auf optimaler Betriebstemperatur zu halten. Im Tal ist es vielleicht relativ warm, weiter oben eiskalt, vielleicht stürmt und schneit es. Gleichzeitig produziert man beim Aufstieg viel Wärme und schwitzt. Bei der Gipfelrast und bei der Abfahrt kühlt man dagegen sehr schnell aus. Das heißt, man muss sich vor Wind und Kälte schützen. Am besten ist man im Lagensystem (Zwiebelprinzip) angezogen: auf der Haut eine an­liegend geschnittene Funktionsunterwäsche aus schnell trock­nend­em Material (Synthetikfasern oder Merinowolle), darüber eine zweite iso­lierende Schicht (etwa ein Fleece, evtl. eine Weste) und als äußerste Lage eine wind- und wasserdichte Jacke bzw. Hose.

Für sportliche Skitourengeher wurden GORE‑TEX® Active Produkte entwickelt: Sie sind speziell für extreme Atmungsaktivität konstruiert und ideal für hoch aerobe Aktivitäten wie schnelles Skibergsteigen und andere Ausdauersportarten mit sehr großer körperlicher Belastung. Wer den Schwerpunkt auf die Abfahrt legt, ist mit Hardshell Jacken und Hosen aus GORE‑TEX® C-Knit Laminaten bestens bedient. Diese erstklassige Allround-Bekleidung ist robuster und angenehm weich. Für Freerider und extremere Skialpinisten bietet die super widerstandsfähige und äußerst atmungsaktive GORE‑TEX® Pro Technologie das Höchstmaß an Funktionalität.

Generell sollte im Rucksack ein zweites Paar Handschuhe, eventuell ein Baselayer zum Wechseln und bei sehr kalten Temperaturen eine weitere Isolationslage (z.B. eine leichte Daunenjacke) dabei sein.

Tipp 3: Hardware – Kompromiss zwischen Aufstiegs- und Abfahrtsspaß

Der augenfälligste Unterschied vom Skitourengehen zum „normalen“ Skifahren ist die Hardware: Der Aufstieg mit Skiern wird durch Steigfelle möglich, die am Skibelag befestigt werden. Die spezielle Touren­bindung ist im Gehmodus hinten nicht fixiert, so dass man fast normal gehen kann (ähnlich wie beim Langlaufen). Für die Abfahrt verriegelt man die Bindung an der Ferse und ist dann fest mit dem Ski ver­bun­den – wie beim Pisten­skifahren. Touren­ski­stiefel sind im Gehmodus wesentlich beweglicher als normale Skistiefel. Außerdem besitzen sie eine Profilsohle, um auch bei Gehpassagen (etwa auf Fels oder bei sehr steilen Abschnitten) Trittsicherheit zu bieten. Auch die Stiefel können für die Abfahrt verriegelt werden und man steht dann fast genauso fest auf dem Ski wie mit normalen Skistiefeln.

Tipp 4: Sicherheit – Kein Kompromiss

Tiefschneefahren – was gibt es schöneres? Doch wo der Schnee tief und die Hänge steil sind, herrscht oft Lawinengefahr. In eine Lawine zu geraten, bedeutet IMMER akute Lebensgefahr. Im freien Skigelände abseits der Piste lässt sich ein Lawinenabgang auch mit guter Planung nicht hundertprozentig ausschließen: Selbst die niedrigste Lawinenwarnstufe 1 bedeutet „geringes Risiko“, nicht „kein Risiko“! Als Notfallausrüstung gehören deshalb immer eine Lawinensonde, eine stabile La­winen­schaufel aus Metall und ein eingeschaltetes Lawinenverschütteten­such­gerät (LVS) ins Gepäck. Diese Utensilien helfen, einen Verschütteten möglichst schnell zu bergen. Doch auch mit LVS und Co. bedeutet dies einen Kampf gegen die Uhr, denn die Über­lebens­chan­cen sinken rapide: Nach 30 Minuten unter dem Schnee liegt die Überlebens­wahr­schein­lich­keit nur noch bei 50 Prozent. Am besten ist es also, gar nicht verschüttet zu werden. Dies ist nur mit sogenan­nten Lawinen­air­bags möglich – wenn über­haupt: Ein großes Luftkissen, das sich explosionsartig entfaltet, hilft, bei einem Lawinen­ab­gang an der Oberfläche zu bleiben. Informationen über Skitouren- und Lawinennotfallausrüstung erhält man im Fachhandel, bei Berg­schulen und in einschlägigen Print- und Online­magazinen wie etwa Alpin, Bergsteiger, PlanetSnow, powderguide.com, freeskiers.net, ich-liebe-berge.ch oder skitour-magazin.de – um nur einige zu nennen.


Ein Mobiltelefon sollte ebenfalls immer mit, um schnell einen Notruf absetzen zu können. 112 geht immer, besser ist es aber, die regionalen Notrufnummern gespeichert zu haben. Für Smartphones gibt es Apps, die für Lawinenkunde, Wetter, Topographie und so weiter entwickelt wurden. Alles nette Gadgets und gerade bei der Tourenplanung manchmal praktisch. Aber Vorsicht: Smartphones ersetzen KEIN anderes Ausrüstungsteil – weder eine topographische Landkarte (1:25.000) noch ein LVS-Gerät noch einen Kompass noch das Können und Wissen über Berge, Wetter, Schnee. Denn auf ein Smartphone ist kein Verlass: Erstens hat man im Gebirge oft keinen Empfang. Zweitens sind die Akkus viel zu schnell leer. Drittens: Schon mal bei -15°C im Schneesturm versucht, ein Smartphone zu bedienen?

Tipp 5: Übung auf der Piste

In den letzten Jahren wurde das Tourengehen auf Skipisten sehr beliebt. Pistentouren sind für Anfänger optimal, um Material und Bewegung kennen zu lernen. Um Konflikte mit den Liftbetreibern und den herunter sausenden Pisten­skifahrern zu vermeiden, sollte man sich vorab über die örtlichen Regelungen informieren und vor Ort Hinweisschilder und Wegweiser beachten. Nachts ist das Begehen und Befahren von Pisten verboten, da dann die Pisten für den nächsten Tag präpariert werden. Dann herrscht Lebensgefahr! Ein sehr aufschlussreiches Youtube-Video dazu:

Vielerorts bestehen Regelungen, beispielsweise am Tegelberg, in Oberammergau, Garmisch, am Brauneck, am Spitzingsee und in Berchtesgaden. Zum Teil sind spezielle Aufstiegsspuren ausgewiesen. Weitere Informationen finden sich zum Beispiel im Internet auf den Seiten der Alpen­ver­ei­ne (alpenverein.it, .de, .at, .ch) und auf den Seiten der jewei­li­gen Lift­be­trei­ber.

Tipp 6: Wohin auf Tour? Aller Anfang muss nicht schwer sein

Wer jetzt Lust bekommen hat, diesen Sport auch auszuprobieren, für den bieten sich zuallererst die genannten Skigebiete mit guter Infrastruktur an. Man sollte sich langsam herantasten, sich nicht überfordern und natürlich kein Risiko eingehen. Und egal ob in einem Pistenskigebiet oder der freien Wildbahn: Bitte unbedingt die Wildruhezonen und Naturschutzregelungen beachten. Am besten schließt man sich einer geführten Gruppe an und belegt einen Skitouren- bzw. Lawinenkurs in einem Alpenverein oder bei einer privaten Bergschule mit staatlich geprüften Berg- und Skiführern (z.B. Erlebnis Berg).

Weitere Links:

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