Die Marke BLACKYAK erobert Europa
BLACKYAK gehört zu den führenden Outdoor-Marken in Asien und erobert nun auch den europäischen Markt. Ein Interview mit David Randall, dem europäischen Designdirektor.


Erfolgreich Markengeschichte zu schreiben ist eine Kunst. BLACKYAK, die führende koreanische Outdoor-Marke hat sie perfektioniert. 1973 von Tae Sun Kang in Südkorea gegründet, eroberten die Koreaner zunächst Korea und Asien. Nun sind der europäische und amerikanische Markt mit einer eigens entwickelten Kollektion, die im europäischen Firmensitz in München entworfen wird, im Visier. Mit großem Erfolg: Mit insgesamt 16 gewonnen ISPO Awards ist BLACKYAK ein echter Stern auf dem Outdoor-Markt.

Nach deinem Studium in Design und Fashion − wie kamst du zu funktionellem Design und Outdoor / Sportswear?

David Randall: Nach meinem Studium in England habe ich mit „Men´s Tailoring“ weitergemacht. Dann habe ich angefangen als Schneider in London zu arbeiten, um Geld zu verdienen. Disney, Warner Brothers, Ziener, Dynafit und La Sportiva waren einige Stationen bevor ich bei BLACKYAK gelandet bin.

 

Wie kann man sich die Entstehungsschritte einer Kollektion vorstellen?

David Randall: Vom Designkonzept über erste Skizzen und das „Technical Pack“ (eine Art Gebrauchsanleitung mit allen Infos zu Material, Funktionen, Schnitt, Farben, …) bis zum ersten Prototyp – das dauert knapp zwei Jahre, wenn man die Sache ernst nimmt. Im ersten Schritt sitzen wir mit unseren Athleten an einem Tisch, sprechen über deren Bedürfnisse am Berg und entwickeln daraus einen Prototyp. Im 2. Schritt testen die Athleten die Styles über mehrere Monate auf Expeditionen und ihrem Alltag als Sportler. Erst wenn ein Produkt diesen Tests standhalten kann, besprechen wir produktionstechnische Anforderungen und sehen uns dann verschiedene Fabriken an und entscheiden, in welcher Fabrik welcher Style umgesetzt werden kann. Wir hinterfragen bei jedem Style, ob er in der Lage ist, die üblichen Erwartungen an Produkte in seiner Kategorie zu übertreffen, definieren klar, was ist uns wichtig, welche Technologien müssen verwendet werden, etc. Sobald der erste Prototyp zu uns zurückkommt, starten wir die nächste Runde, bis wir zufrieden sind und in Produktion gehen können.

 
David Randall

Wie kann man sich so ein Meeting mit dem ersten Prototyp vorstellen?

David Randall: Dieses erste Prototyp-Meeting ist enorm wichtig für uns, denn wir sehen genau, wie unser Style aussieht und wie alle Teile zusammen funktionieren. Hat der Produzent die Design Lines verstanden und wurde alles richtig umgesetzt? Eine Gore 3-Lagen-Jacke ist in der Produktion natürlich komplizierter, als ein T-Shirt. Im Team entscheiden wir, was wir umsetzten wollen. Wenn es gut läuft, gehen wir weiter auf den zweiten Prototyp oder wir stornieren und arbeiten weiter am perfekten Style.

Gibt es in der Kollektion Unterschiede zwischen Asien und Europa?

David Randall: Absolut, die Korea Kollektionen sind schon anders. In Europa arbeiten wir mit vielen Stoffkombinationen, etwas reduzierter in der Optik, auch etwas farbenreduzierter zum Beispiel. Zudem haben wir einen eigenen „global Fit“ für Europa und USA entwickelt, da der Asian Bodytype nicht 1:1 dem der Europäer entspricht.

Im Herbst/Winter 2016 kam dann die erste Kollektion in den Handel, wie läuft es an?

David Randall: Mit diversen ISPO Awards haben wir wirklich ein sehr gutes Feedback erhalten, wir sind sehr zufrieden.

Gab es auch Herausforderungen?

David Randall: Wir sind eine koreanische Marke, die in Asien sehr bekannt ist, aber in Europa gibt es natürlich noch viel zu tun. Zudem sind wir auch nicht so günstig, denn mit Funktion, Technologie, hochwertigen Styles und top Produzenten und Partnern steigt nicht nur die Qualität, sondern eben auch der Preis.

Wie hebt ihr euch von der Konkurrenz ab?

David Randall: Die richtige Balance zwischen Design, Style, Funktionalität und Farben machen den Unterschied. Wir haben eine sehr interessante Farbstory: Sie reflektiert die Farbwelt des Himalaya, das Land unseres geschichtlichen Ursprungs. Natürlich wollen wir auch in unserer Marken-Story diesen Wurzeln treu bleiben. Das „Yak“ als Beschützer und Helfer der Sherpas ist ein starkes Tier, das in unserem Brand Logo verankert ist.

Natürlich verfolgen wir auch aktuelle Trends, aber wir differenzieren uns etwas: Wir sind nicht nur reich an Design und Technik, sondern auch reich an Gefühl, das bekommt man für mich nur durch eine starke Farb-Story transportiert.

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Wie wichtig ist das Design eines Produktes?

David Randall: Design ist enorm wichtig für ein funktionelles Produkt: der Kunde geht in einen Laden und will eine Jacke kaufen. Gefällt sie ihm? Design-Erfolg! Es ist der erste Impuls, dieses Must-Have-Gefühl, sobald man ein Produkt zum ersten Mal sieht. Erst kommt die Optik, der Rest kommt danach.

Was inspiriert dich für neue Kollektionen?

David Randall: Gute Frage! Unsere Produkte inspirieren mich und die Möglichkeit der konstanten Weiterentwicklung daran! Ein Wort, das wir bei BLACKYAK ganz oft benutzen ist Konsequenz; wir wollen unserer Linie treu und damit konsequent bleiben. Wir sind eine relativ junge Firma aber mit einer starken Geschichte in Asien und der Bezug zum Himalaya und unser Streben nach Entwicklung – das ist und bleibt für BLACKYAK eine never ending story.