Ein Hochtourenerlebnis der Extraklasse
Skitourenspezialist und GORE-TEX Partner Dynafit initiierte in diesem Frühjahr erstmals die „Dynafit Gipfel-Serie“. Unsere Autorin Petra war dabei, als sich die Teilnehmer/innen in Sulden auf den Weg machten.


Strahlend blauer Himmel schon am Freitagmittag beim Treffpunkt am Parkplatz der Seilbahnstation in Sulden, wo sich die Teilnehmer zur „1. Dynafit Gipfel-Serie“ treffen – und auch gleich zur Ausgabe des Testmaterials sowie zum ersten Beschnuppern. Locker und gelöst geht es von Anfang an zu in der insgesamt zwölfköpfigen, sehr sympathischen Gruppe. Die Chemie scheint schon mal zu stimmen, was bei einer mehrtägigen Hochtour ja ziemlich wichtig ist, wenn der ein oder andere an seine körperlichen Grenzen stößt oder andere Unwägbarkeiten passieren sollten. Steigeisen, Pickel, Klettergurt, Karabiner, Wäsche, Hüttenschlafsack ... – da kommt einiges zusammen bei so einer Hochtour und kluges Packen ist angesagt. „Jedes Gramm zählt“ – der Spruch wird ansonsten bei jedem Schritt in der Höhe zum bitteren, körnerfressenden Begleiter.

Lernen über alpine Gefahren

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Tipps, die im Notfall Leben retten können: Bergführer Patrick Jost klärt die Gruppe über die alpinen Gefahren des Geländes auf

Hinauf geht es mit der Seilbahn. An der Gipfelstation werden die Felle aufgezogen und die Truppe stapft die ersten Höhenmeter in dünner Luft ins pistenferne Gelände. Anfreunden mit dem Testmaterial, Einweisung durch Bergführer Patrick Jost in die alpinen Gefahren des Geländes und in den richtigen Umgang mit den diversen LVS-Geräten (Lawinenverschüttetensuchgeräte). Lernen über Schnee und den fragilen Schneedeckenaufbau in diesem Winter beim Ausschaufeln und Austesten eines Rutschblocks und erste Schwünge im noch knietiefen, weichen Powder hinunter zur Übernachtung auf der Schaubach Hütte (2581m).

Erstes Ziel: die Suldenspitze (3376m)

Ziemlich kalt ist es am nächsten Morgen beim frühen Aufstieg zur Suldenspitze (3376m). Der Schatten zieht sich noch auf der Strecke, aber der wolkenlose Himmel und erste Sonnenstrahlen rund um den Ortler versprechen erneut einen sonnigen Tag. Die Gruppe zeigt sich als ziemlich sportlich, das Tempo beim Aufstieg ist hoch und die bei der Bewerbung geforderten Voraussetzungen, wie der problemlose Aufstieg bis zu 1.200 Höhenmetern, sicheres Abfahren in unverspurtem, alpinem Gelände, sichere Skitourentechnik (Spitzkehren) auch im steilen Gelände und körperliche Fitness erfüllt jeder hier, nicht nur auf dem Papier.

Windig ist es, deshalb nur ein kurzes Gipfelglück oben. Die Felle runter, Abfahren zur Casati-Hütte und weiter Richtung Süden. Patrick checkt die Hänge, lässt an kritischen Stellen einzeln fahren oder zeigt die richtige Rutschtechnik an besonders steilen Stellen. Das Wetter ist zu schön, die Verhältnisse top, weshalb noch ein paar Höhenmeter unterhalb der Königsspitze zusätzlich sein müssen, bevor der Rest des Tages auf der Sonnenterrasse der schönen Pizzini-Hütte (2700m) genossen wird.

Sonniges Gipfelglück mit grandiosem Ausblick am Cevedale

Der vergletscherte Aufstieg zum Monte Cevedale (3769 m) am nächsten Morgen beginnt gemächlich. Die Spur ist ziemlich durchgefroren, aber es geht ohne Harscheisen. Schnell wird es steiler, der Schnee aber wieder pulvriger. Ein paar steile Spitzkehren, bevor die Ski an den Rucksack geschnallt werden. Die felsdurchsetzten Höhenmeter zum Rastplatz unterhalb der Casati-Hütte (3254m) sind ein echter Oberschenkelkiller – jedes Gramm zählt … Der lange Weg, die Bretter wieder unter den Füßen, ist über die weiten Schneefelder in Richtung Gipfelanstieg dafür umso schöner. Abschnallen im Skidepot, Steigeisen an und mit Pickel hinauf zum Gipfelgrat, wo ein unglaubliches Panorama und pures Gipfelglück auf alle warten. Abstieg und Abfahrt zur Casati-Hütte, kurze Stärkung für die letzten Höhenmeter, wieder hinauf zur Suldenspitze und dann 1.900 Höhenmeter hinunter: einfach nur genießen im Powder, im Flow und beseelt von einem grandiosen Bergwochenende mit einer unglaublich guten Truppe.

Eine Hochtour braucht eine langfristige und gute Vorbereitung. Körperliche Fitness samt technischem Können in Fels, Eis und Schnee müssen ebenso passen wie eine detaillierte Tourenplanung. Und in Sachen Ausrüstung ist es auch nicht mit der normalen Sonntags-Bergausrüstung getan. Neben der funktionellen Hartware spielt vor allem auch die richtige Bekleidung für eine genussvolle Skihochtour eine große Rolle. Dazu hier einige Tipps von Bergführer Patrick Jost, um bei einer Skihochtour für alle Fälle gewappnet zu sein.
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Pures Glück: Die Gruppe auf dem Gipfel des Monte Cevedale auf 3769 m