IMS: Meet. Mountain. People. Climb! Mit Megos und Jasper am Fels
Alex Megos? Das ist der mit der 9a. Onsight. Ein kletterhistorischer Meilenstein. Rotpunkt geht bis 9b+. Robert Jasper? Das ist der, der ständig in der Eiger Nordwand rumkrabbelt und solo auf Grönland neue Kletterrouten erschließt. Ja, beide gibt’s wirklich und Besucher des IMS in Brixen konnten sich Mitte Oktober live und in Farbe davon überzeugen. Einige hatten gar das Glück, mit Alex und Robert am warmen Südtiroler Fels klettern zu gehen.


Mitte Oktober fand sich die internationale Bergszene zum zehnten Mal in Brixen ein: Meet, Mountain, People, Soul – so lautete das Motto des von der Marke GORE-TEX unterstützten IMS - International Mountain Summit. Philosophen, Unternehmer, Abenteurer und Weltklasse-Sportler wie Alex Megos, Tamara Lunger und Daniel Jung vom GORE-TEX Athletenteam waren live zu erleben – auf der Bühne, auf gemeinsamen Wanderausflügen und beim legendären GORE-TEX Klettertag. Robert Jasper, Extrembergsteiger und Special Friend der Marke GORE-TEX, war ebenfalls zu Gast in Südtirol – naheliegend, denn der IMS hat den Anspruch, Impulsgeber für die Berg- und Sportwelt zu sein. Und Robert ist einer derjenigen, die immer wieder wahrnehmbare Impulse durch die Bergszene schicken.

IMS2018_JOA_1225_MR.jpg

Doch nicht nur Sportler kamen auf der Bühne zu Wort. Der IMS ist auch eine Art „Bergakademie“ und Plattform zum Wissensaustausch über verschiedenste Themen, die im weitesten Sinne an den Alpinismus andocken. So sprach Andreas Marmsoler, PR-Manager von GORE-TEX, bei der KIKU Sports Academy über moderne Sponsoringkonzepte und gab potenziellen Sponsees klare Tipps, um nicht nur am Berg, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Während die Vertreter der Ausdauer-Fraktion wie Ultratrailläufer Daniel Jung eher über Trainingsgestaltung, Laktattoleranz und die VO2max fachsimpelten, brachten Tamara, Alex und Robert ihr Tun bei Abendvorträgen einem sehr breiten Publikum näher. „Alex on the Road“ ist schnörkelloses, lustiges Hardcore-Sportklettern. Alle, die selbst in ihrer Adoleszenz mit dem Klettersport begannen, werden um ein Schmunzeln nicht herumkommen, besteht doch ein echter jugendlicher Roadtrip immer auch aus Geldsparen, kaputten Autos, viel Improvisation und 100 Prozent Leidenschaft. Der mittlerweile 25-jährige Alex Megos brachte das sehr locker und cool rüber. Alex schrieb 2013 Klettergeschichte, als es ihm als erstem Menschen überhaupt gelang, eine Route im Schwierigkeitsgrad 9a (UIAA 11) onsight zu klettern*. Seine Erfahrungen mit dem Thema Sponsoring sind nicht ganz deckungsgleich mit der professionellen Sichtweise von Andreas Marmsoler. Alex' eigene Erfahrungen ergeben die simple Ansage: „Wenn also jemand Kletterprofi werden will: So wird’s gemacht.“ Tja, derartige Lockerheit bleibt wohl absoluten Ausnahmetalenten vorbehalten.

IMS2018_JOA_0742_MR.jpg

Beim exklusiven GORE-TEX Climbing Day hatten einige Auserwählte und Glückliche die Gelegenheit, zusammen mit Alex, Robert und dem Alpin-Urgestein Hanspeter Eisendle einen Tag am Fels zu verbringen. Goldener Oktober und Sonne satt sorgten für einen grandiosen Tag. Für richtig harte Klettermoves war's fast zu warm und der beliebte Klettergarten „Morderplotta“ bei Kurtatsch ist nicht gerade für superrauen Fels bekannt.

IMS2018_JOA_1170_MR.jpg

Anders ausgedrückt: Kletterer finden angenehm hautfreundliche Griffe vor. Ab 6a geht’s zur Sache, aber das Leistungsniveau einiger Teilnehmer war durchaus gehoben und so hatten alle richtig Spaß – vor allem daran, eine 7a zu probieren, die Alex zum Aufwärmen raufgeturnt ist, trotz seines erst vor drei Wochen operierten Beins. Mister „NeunBePlus“ Alex Megos blieb also im Schongang und ging über 7b nicht hinaus, auch Robert pflegte genussvolles Regenerationsklettern.

IMS2018_JOA_0728_MR.jpg

Meet. Mountain. People. Soul. Dazu noch Climb und Talk. Besser kann man diesen entspannten Klettertag nicht in kurze Worte packen. Ok, deutsch würde auch funktionieren: Treffen. Berge. Leute. Seele. Klettern. Reden. Und weil wir uns in Südtirol befanden, muss man diese Reihe ergänzen: Genießen. Wein. Apfelsaft. Knödel. Strudel. Auf der „IMS Alm“ (so werden heutzutage grundsätzlich Verköstigungsstationen mit rustikalem Ambiente und blanken Holztischen betitelt) wurden abends „alpine“ Köstlichkeiten kredenzt. Zum Niederknien! Mein Google-Tipp: Red Moon Apfelsaft.

Für eine breitere Öffentlichkeit gedacht waren die „IMS Walks“, allerdings war die geführte Wanderung zusammen mit Tamara Lunger hinauf zum Schutzhaus Latzfonser Kreuz im Nu ausverkauft. Tamara ist dort droben auf 2300 Metern Höhe quasi aufgewachsen. Ihre Eltern bewirtschaften die Hütte neben der kleinen Wallfahrtskirche, welche eine bekannte Pilgerstätte und der höchstgelegene Wallfahrtsort Europas ist. Tamara hilft oft aus, wenn sie mal nicht auf Expedition ist. Irgendwas ist immer zu tun. Auch beim IMS Walk packte Tamara mit an. Hier oben schmeckt der Kaiserschmarrn und das Gipfelbier gleich nochmal besser als drunten – da kann selbst die IMS Alm mithalten.

Fazit: Der IMS bringt ganz viel zusammen, was viel zusammen bringt: Klettern und Kletterer, und Südtirol steuert die Berge, die Knödel und den Apfelsaft bei. GORE-TEX unterstützt das Ganze. Nicht nur, weil Andreas Marmsoler selbst aus diesem wunderbaren Landstrich stammt, sondern weil's eben viel bringt, Menschen, Träume, Wissen, Leidenschaft und Berge zusammen zu bringen. Heraus kommt zum Beispiel: Inspiration.

 

* Die Route „Estado Critico“ im spanischen Klettergebiet Siurana. „Onsight” bedeutet, eine Route im ersten Versuch im Vorstieg zu klettern, ohne die Route zu kennen oder Tipps zu erhalten. Onsight gilt als der ehrlichste und kletterethisch hervorragendste Begehungsstil einer Sportkletterroute.