Ispo 2018 – Teil 2: Zwischen Spikes, Reflexion und Überleben
Es dreht sich um Style, um Sicherheit, um Sport und um Spaß. Die Reihenfolge ist Zufall. Aber alles findet man auf der Ispo im Überfluss. Clevere Survival-Lösungen, gute Ideen und einfach praktische Produkte haben wir für Euch herausgepickt.


Style, Sport, Spaß – Schnee, Ski, Spyder, strategische Partnerschaft. So könnte man die Reihe fortsetzen. Die US-Snowsport-Spinnen sind in ihrem Bereich ein wichtiger Partner von der Marke GORE-TEX. Felix Burmann (Key Account Manager Europe) präsentiert die nagelneuen Jacken mit GORE-TEX Stretch Technologie, während eine GORE-TEX Mitarbeiterin an einer Test-Apparatur die Eigenschaften der Laminate veranschaulicht.






Die neue Partnerschaft zwischen Gore und Spyder war es sogar Nick Adcock, CEO der Firma Spyder wert vor die Kamera zu treten:





Mit den Stretch-Materialien ist Gore ein großer Wurf gelungen. Es erweitert den Einsatzbereich der „klassischen“ GORE-TEX Produkte hinsichtlich Passform und Tragekomfort und erlaubt auch sehr technische Designs (Wie zum Beispiel die Nordwand Jacke von Mammut)
Technisch weit vorn ist seit jeher The North Face. Außer ihrer Bekleidungskollektion, die eine Vielzahl von Styles mit unterschiedlichsten GORE-TEX Technologien beinhaltet, stellen die Amis den „Ultra Fastpack Mid GTX“ vor, einen gebondeten Schuh, bei dem das weiche, textile Außenmaterial direkt mit der GORE-TEX Membran samt Innenfutter verbunden ist – ähnlich wie bei der bahnbrechenden GORE-TEX Invisible Fit Technologie. Das Ergebnis ist eine sehr gute Passform, da das Schaftmaterial weniger aufträgt und keine Falten wirft! Außerdem punktet der „Ultra Fastpack“ mit herausragendem Klimakomfort. Das war den Ispo-Juroren übrigens auch einen Award wert.


Aus technischer (und Sportler-) Sicht noch interessanter dürfte die neueste Handschuhtechnologie aus dem Hause Gore sein, die The North Face für nächsten Herbst exklusiv verarbeitet: GORE-TEX INFINIUM™ Stretch Handschuhe. TNF Category Manager Mark Maffe nimmt man seine Begeisterung sofort ab – auch wenn sein Vergleich im ersten Moment seltsam rüberkommt:
„Do you use dish washing gloves? It feels similar. Well, with the difference that our gloves are not that sweaty!“
INFINIUM™ steht bei GORE-TEX für Technologien, die nicht zwingend wasserdicht sind, aber einen anderen, für den Einsatzbereich viel relevanteren Mehrwert bieten. Bei den neuen The North Face Handschuhen ist das ganz klar die Passform, die Taktilität und die Kompatibilität mit Touchscreens. Für Mark ist dies eine kleine Revolution im Handschuhsegment.





Zurück zu den Schuhen. Eine der dienstältesten GORE-TEX Partner ist Viking. Die Norweger setzen seit über 25 Jahren auf die funktionellen Vorteile eines GTX Schuhs. Neu ist, dass ab jetzt alle Kinder-Winterschuhe mit GORE-TEX ausgestattet sind. „Eine wasserdichte, winddichte und atmungsaktive Membran ist genau das, was wir in unseren klimatischen und topografischen Bedingungen für unsere Schuhe brauchen“, lässt Viking verlauten. Marketing-Dame Berta Abschlag weist auf ein weiteres Feature hin: Reflektoren! Nicht nur in Norwegen ist es im Winter lange Nacht, auch hierzulande wird es früh dunkel. Reflektoren sorgen für mehr Sicherheit.






Das dachten sich auch die Leute von Hey Sport und kreierten „Lightflex“, ein Reflexionsspray für Textilien. Das Zeug ist angeblich relativ wasserfest (bei der Benutzung), aber in der Waschmaschine einwandfrei und umweltschonend auswaschbar. Ob man damit auch seinen Hund im Dunkeln sichtbarer machen könnte? Auf jeden Fall sollte man ihn nicht zum Saubermachen in die Waschmaschine stecken...


Sicherheit auf Eis ist das Thema von Icebug. Auch diese Firma kommt aus Skandinavien. Dort sind Spikes an Autoreifen gängige Praxis und so lag es auf dem Fuß, das Prinzip in Schuhen einzusetzen. Das Modell mit dem prägnanten, sympathischen Namen Walkabout (natürlich mit GORE-TEX Technologie) ist ein „leichter & fortschrittlicher Winterstiefel mit weltbester Eistraktion“ (Zitat der Award Juy). Deutschland-Chef Mathias Basedow zeigt auf der Eisrampe, wie sich der Icebug Schuh ins Eis beißt. Für die oft schnee- und eisfreien mitteleuropäischen Gefilde gibt’s den Walkabout auch mit dornenfreier Michelin-Sohle.






Um Sicherheit kümmern sich auch ganz viele andere Firmen auf ganz vielen Gebieten: Scott zeigt mit dem Partol AP 30 ein neues Lawinen-Airbagsystem mit Kondensator-Technologie, das den Markt aufmischen könnte! Es soll das leichteste elektrische Airbag-System auf dem Markt sein.
Ebenfalls ein Lawinen-Airbag ist Aerosize. Eine sehr clevere Idee: Mit zwei kleine Kartuschen werden lediglich Luftkanäle aufgeblasen und die restliche Luft wird quasi indirekt durch die Expansion der Kanäle mit eingesaugt. Das System kommt als Weste, welche unter jeden normalen Rucksack gezogen werden kann.





Und noch ein Luftballon: Advenate – welcome to a brand new age. Klingt nach Abenteuer und High-Tech. Die Marke legt einen starken Auftritt hin und wirkt weltläufig, mega cool, selbstbewusst, wie Amis halt nun mal so sind. Äh, Moment, Amis? Advenate kommt aus St. Johann. Also Österreich? Wieder falsch. Beheimatet sind die Tüftler auf der Schwäbischen Alb. Dem Entwicklergeist scheint das zuträglich zu sein: Für das Lawinennotfallsystem „Surface IAS“, das Airbag und Atemsystem verbindet, erhielt Advenate einen Ispo Award und für die „Hybrid Pro“ gar einen Gold Award. Das Teil gefällt mir besonders, weil das Produkt irgendwie logisch ist, es aber so noch keiner gemacht hat. Die Lawinenschaufel hat im sehr voluminösen Teleskopstiel Platz für eine Sonde. Dazu gibt es ein kleines Biwakzelt. Schaufel, Sonde und die Skistöcke, die man sowieso dabei hat, bilden das Gestänge und fertig ist das Zelt!






Bei manchen Sportarten braucht's keinen Ballon, sondern einen Dämpfer. Amplifi stellt solche Dinger her. Wer also im Snowpark shreddet oder sich per Bike die Trails runter haut, sollte sich einen Protektor ins Kreuz hängen. Aber Aufprallschutz ist nicht alles: Amplifi baut so etwas auch in seine Rucksäcke ein.






50 Kilometer südlich der Ispo hat der Megawinter zugeschlagen. Daher kann man die Messe nicht verlassen, ohne nochmal die Skihallen zu besuchen. Der alte „Reverend“ von G3 war für mich damals eine skifahrerische Erleuchtung, die angehalten hat, bis er mir auseinanderbrach. Jetzt ziert der Prediger mein Büro. Seine Nachfolger sind wesentlich schlichter und heller im Design, aber trotzdem (oder gerade deswegen) sehr hübsch. Auch mein altes G3 Steigfell in Rot-Weiß würde gut dazu passen. Apropos Weiß: Jetzt ab in die Berge!