Luft. Ein Gefühl von Freiheit auf dem Nualolo - Awaawapuhi – Clifftrail, Hawaii
Wir haben einen gemeinsamen Traum: Auf den Spuren der vier Elemente Erde, Luft, Feuer und Wasser wollen wir die schönsten Trails Hawaiis erkunden. Wir, das sind Fotograf Manuel und Konzeptionistin Nina aus München.


Wir haben einen gemeinsamen Traum: Auf den Spuren der vier Elemente Erde, Luft, Feuer und Wasser wollen wir die schönsten Trails Hawaiis erkunden. Wir, das sind Fotograf Manuel und Konzeptionistin Nina aus München. Für den GORE-TEX Blog berichten wir von unseren Erlebnissen.

Die spektakuläre Aussicht am Grat der Klippen der Na Pali Küste gibt uns ein Gefühl von Freiheit - im Kopf und im Herzen.

Noch vor Sonnenaufgang werden wir vom Krähen der Hähne aus dem Schlaf gerissen. Hier im Kokee State Park leben besonders viele Vertreter der seit dem zerstörerischen Hurrikan Iniki vor 25 Jahren ausgewilderten Nutztiere. Wir bedanken uns für den unliebsamen Weckruf mit einem halbherzigen Steinwurf in Richtung eines besonders vorlauten Vertreters im Baum über unserem Zelt.


Die Luft ist in dieser Höhe feuchtkalt. Auf dem bevorstehenden Tagesmarsch gilt es rund 9,5 Meilen und dabei 550 Höhenmeter zu überwinden. Wir versuchen, das Beste aus den noch frischen Beinen herauszuholen und ein zügiges Tempo zu halten. Gar nicht so einfach auf dem abschüssigen und teils sehr glitschigen ersten Teilstück durch dichten Wald. Doch schon bald löst der Trail ein, was er im Namen verspricht, schließlich handelt es sich um einen Klippentrail. Der Wald lichtet sich, wir erhaschen erste Ausblicke hinab in die schmalen, grün bewachsenen Täler. Der Wind bläst kräftig am ausgesetzten Grat. Wir schlüpfen in die Windjacken, um die stürmische Aussicht genießen zu können. Der Blick streift in die Weite, über die steilen Felshänge hinab zum tiefblauen Pazifischen Ozean, der sich am Horizont in den Himmel verliert. Bald stellt sich ein tiefes Gefühl von Ruhe ein. Es ist dieses Gefühl, das uns auch in den heimischen Alpen auf die höchsten Gipfel treibt. Erstaunlich, denke ich, bei jeder Wanderung weit über dem Trubel der restlichen Welt wird man von diesem besonderen Gefühl gepackt. Immer aufs Neue, immer wieder überwältigend. Die Luft ist einfach anders hier oben, sie schmeckt nach Freiheit. Alles scheint möglich.


Was ist Dein Lieblingsort, um in der Höhe den Kopf frei zu bekommen? Teile ihn mit uns in den Kommentaren!

Vor solch einer Kulisse kommt man mit einem Fotografen im Schlepptau natürlich kaum vom Fleck. Und so nehmen wir den steilen Abstieg ins Tal hinüber zum Nachbargrat erst mit einiger Verzögerung. Der Ausblick steht dem des vorigen Aussichtspunktes in keiner Weise nach. Eine Felsnase fällt kaskadenartig in die Leere zwischen den Klippen ab. Wir lassen uns zu einer waghalsigen Klettereinlage hinreißen, hinaus ans äußerste Ende der Felsnase. Ringsum Luftmassen und der spektakuläre Anblick schwindelerregender Tiefe.


Dann wird es Zeit, die letzten Meilen des Trails in Angriff zu nehmen. Wieder schlägt das Wetter um, in Windeseile klettern dichte Nebelwolken die Hänge hinauf und verzaubern die Landschaft gespenstisch. Sie schlucken fast alles Licht. Wir ziehen die Krägen unserer Jacken hoch, damit die Feuchtigkeit uns nicht in die Glieder kriecht. Immer wieder halten wir inne, nehmen die mystische Stimmung auf. Das letzte Wegstück erschwert uns das Vorankommen durch tiefen Morast. Die lange Tour macht sich jetzt schonungslos bemerkbar, auf kraftlosen Beinen stolpern wir die letzten Meilen zum Auto. Wir wollen nur noch zu unserem Campingplatz. Die letzte halbe Stunde auf der asphaltieren Straße zieht sich quälend in die Länge. Völlig erschöpft erreichen wir endlich unseren Jeep. Die Heimfahrt erleben wir wie in Trance. Als sich die ersten Sterne am Himmel über unserem Zelt am Strand zeigen, hat uns die Müdigkeit längst übermannt.

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