OutDoor Friedrichshafen: Gear Guide Teil 2
In Teil 1 unseres Gear Guides von der OutDoor Messe haben wir uns vor allem um Bekleidung und Schuhe gekümmert. Rucksäcke, Messer oder Karabiner kommen zwar meist ohne GORE-TEX Technologie aus, was uns aber nicht daran hindert, die Teile toll zu finden. Hier stellen wir euch ein paar Highlights vor.


Da kannste einpacken: Kind oder Kegel

Gregory: Paragon 58
Seit fast 40 Jahren kann man da viel reinpacken, in die soliden Rucksäcke von Gregory. Die Marke ist Kult und wird hochgeschätzt – zumindest bei „echten“ Outdoorern“ und solchen, die Rucksäcke unter 70 Litern allenfalls als Kulturbeutel durchgehen lassen. Sexy? Nicht unbedingt. Was will man bei einem Unternehmen aus „Middlesex“ auch erwarten?! Aber manchmal kommt es darauf an, lange durchzuhalten. Und DAS können die Packs von Gregory. Und reißfest sind sie. Alles safe also. Für den neuen Paragon 58 gab's heuer einen Award, weil er eben so gut und dabei leicht ist. Er hat clevere Details, die einem das Leben unterwegs erleichtern, so zum Beispiel einen integrierten, wäschebeutelähnlichen Superleichtrucksack. Hätte ich nicht schon einen uralten, aber immer noch grandiosen Arc'teryx Bora (natürlich mit mehr als 70 Litern), dann würde ich mir glatt den Paragon holen. Obwohl: Auch der neu aufgelegte Bora erhielt einen Award. Große Konkurrenz also bei den Rucksäcken.

Birnadal: Birnabag 
Alles safe? Aber anders. Kaum hat man Kinder, ändert sich der Blick auf die Welt. Beim Blick in die kalte Winterwelt wollen Kleinkinder im ersten Moment nicht so recht in diese passen: Die kleinen Körperchen unterkühlen schnell, längere Touren in der Kinderkraxe sind bei fetten Minusgraden ein No-Go. Der Birnabag schafft Abhilfe: Das Ding ist eine Art Schlafsack für die Kraxe. Das sieht so kuschelig aus, da will man doch glatt Kind sein und auch im Winter auf Mamas oder Papas Rücken durch die Welt reiten. Der Birnabag ist Gold wert, meinte auch die Jury des OutDoor Award.

Heißer Sommer, oder: Vorfreude auf kalte Tage (und Nächte)

Mountain Equipment: Schlafsack mit GORE® THERMIUM™
In ein paar Monaten ist schon wieder Winter und dann passt GORE® THERMIUM™ perfekt in die Saison! Mit diesem neuen Ansatz ist es möglich, das Wärmefutter der Bekleidung vor Nässe von außen zu schützen und es damit trocken zu halten. Nur eine trockene Isolierung ist eine gute Isolierung. Ta-Daaaaa! Mountain Equipment setzt GORE® THERMIUM™ im Schlafsack Iceline ein. Der wird hier auf der OutDoor sowohl an der Wand, wie auch auffällig in einem Glaskasten liegend präsentiert, wie dereinst Schneewittchen in ihrem Sarg. Ob man darin genauso gut schläft, wie die vergiftete Märchenprinzessin? Warm ist es in jedem Fall.

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Red Fox: Sleeping Bag Backpack Alpha
Wieder ein Märchen? Rumpelstilzchen, Sensenmann? Die russische Marke Red Fox engagiert sich bei Ultrarennen und hat dafür eine Art Rucksack mit integrierter Tag- und Nacht-Allzweckbekleidung entwickelt. Mit diesem MacGyver-Anzug kann sowohl gerannt wie auch übernachtet werden. Dazu bringt man das Fußteil in Position, setzt die Kapuze auf und in mückenverseuchten Regionen empfiehlt es sich, das Moskitonetz vor dem Gesicht zu schließen. Und schon kann man sich zwischen Seen, Tümpeln und Sümpfen zur Ruhe betten. Man sollte allerdings hoffen, keinem Entenjäger zu begegnen, der bei diesem Anblick nervös wird. Die Multifunktionsrennschlafhaube hat einen Apex Award erhalten. Die Apex Trophäe sieht aus wie eine Mischung aus Gandalf und einem Gartenzwerg und passt irgendwie perfekt zum damit ausgezeichneten Produkt. Für kältere Regionen und Jahreszeiten – davon gibt es in Russland ja angeblich ein paar – hat Red Fox auch vernünftige Bekleidung mit GORE® THERMIUM™ im Programm. Überhaupt: Der Rotfuchs ist in Osteuropa ein großer Name in der Outdoorbranche und bietet von soliden GORE-TEX Hardshells bis zum 8000er Daunenanzug alles an.

Kings of Metal mit soften Tönen

Edelrid: Harter Stahl und weiche Matte
Wieder ein Award, vergeben von der OutDoor, für eine Bouldermatte. Das Tolle daran: Auch Nicht-Boulderer können sie nutzen. Auf der Unterseite ist ein mit Styroporkügelchen gefüllter Sitzsack integriert, wie man ihn aus den Einrichtungshäusern kennt. Okay, es ist kein Sitzsack, sondern er dient zum Ausgleichen von Bodenunebenheiten. Man kann die Matte damit in die benötigte Position bringen, was für mehr Sicherheit beim Stürzen und Abspringen von Bouldern sorgt. Mehr Sicherheit ist auch bei den Karabinern von Edelrid ein Thema. Bulletproof: Bei diesem Modell besteht die Auflagefläche aus Stahl. Das macht sie wesentlich haltbarer beim (Dauer-) Einsatz an scharfen Bohrhakenlaschen. Normale Alukarabiner bekommen schnell tiefe Kerben mit scharfen Graten, die ein Seil schwer beschädigen können.

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Kong: e-Frog
Same same, but different: Vor Jahren stellte die italienische Karabinerschmiede Kong den Frog vor, einen Karabiner mit ungewöhnlichem, arretierbarem Schließmechanismus. Nette Idee, sehr begrenzter Einsatzbereich. Die neueste Entwicklung (von externen Tüftlern) würde ich ebenso umschreiben. Der e-Frog ist ein Karabiner mit Funkfernsteuerung. Man kann ihn per Fernbedienung öffnen und damit zum Beispiel eine Sicherung wieder abbauen. Für industrielle Zwecke eine perfekte Idee. Für das Felsklettern? Nun ja, das mag jeder selber entscheiden. Der angedachte Preis weit über 2.000 Euro (für ein Set aus mehreren Karabinern mit Auslösemodul) wird den meisten wohl die Entscheidung abnehmen.

Deejo: A cut above
Neben all dem Nützlichen, Praktischen, Funktionellen, das man auf der Messe findet, gibt es auch die einfach schönen Dinge. Sachen, die sich nicht einfach beschreiben lassen, sondern die man fühlen muss. Liebe auf den ersten Blick, quasi. Ein Messer. Ein Männerding. In Titangrau. Oder in Schwarz. Filigran wie eine Frauenhand. Gibt es aber auch in Pink. Für Frauenhände. Und gibt es in Gelb und Blau. Und in ganz vielen anderen Farben. Und Dekorationen. Und Klingenlängen. Und und und. Und man kann sich sein Messer online konfigurieren: my.deejo.fr. Übrigens: Das Magazin Outdoor hat in Kooperation mit Herbertz und Deejo in einer Leserumfrage ein neues Design zur Abstimmung gestellt. Das „Sunshine Mountain“ ist auf 800 Stück limitiert. Ein schönes Dekor. Aber mir macht es mehr Spaß, selbst eines zu konfigurieren.