„Race, F*** and Die!“
Es ist ihre „intensivste Expedition“, wie sie selbst sagt: Tamara Lunger beim Versuch der ersten Winterbesteigung des Nanga Parbat. An einem Rasttag im Diamir-Basislager konnten wir sie für ein Interview erreichen.


Hallo Tamara, wie geht es Dir?

Wir sind alle wohlauf. Zwar hat es zwei Stürze auf der Kinshofer Route gegeben, die auch tödlich hätten enden können, aber glücklicherweise ist alles gut gegangen. Meinem Kletterpartner Simone und mir geht es super. Wir harmonieren sehr gut, was sicherlich eine unserer größten Stärken ist, haben es immer sehr lustig und sind auch körperlich super drauf.

Klingt nach harter Gangart. Wie ist das Leben im Basecamp?

Die Stimmung ist gut. In unserem Zweierteam gibt es viel Gelächter, unsere Köche träumen nur von ihren Frauen und wir bekommen immer wieder Unterricht, wie es hier in Pakistan mit den Frauen ausschaut. Wir kochen Glühwein, der die Pakistani nur so dahinschmelzen lässt, trinken ab und zu einen Schluck guten Schnaps, haben ein super luxuriöses Zelt mit Heizstrahler, da fehlt einem meiner Meinung nach wenig! Insgesamt ist es für mich die intensivste Expedition, die ich je gemacht habe – ein gewaltiges Erlebnis. Von Simone, dem alten „Winterfuchs“, kann ich noch sehr viel lernen.

Hallo Tamara, wie geht es Dir? Wir sind alle wohlauf. Zwar hat es zwei Stürze auf der Kinshofer Route gegeben, die auch tödlich hätten enden können, aber glücklicherweise ist alles gut gegangen. Meinem Kletterpartner Simone und mir geht es super. Wir harmonieren sehr gut, was sicherlich eine unserer größten Stärken ist, haben es immer sehr lustig und sind auch körperlich super drauf. Klingt nach harter Gangart. Wie ist das Leben im Basecamp? Die Stimmung ist gut. In unserem Zweierteam gibt es viel Gelächter, unsere Köche träumen nur von ihren Frauen und wir bekommen immer wieder Unterricht, wie es hier in Pakistan mit den Frauen ausschaut. Wir kochen Glühwein, der die Pakistani nur so dahinschmelzen lässt, trinken ab und zu einen Schluck guten Schnaps, haben ein super luxuriöses Zelt mit Heizstrahler, da fehlt einem meiner Meinung nach wenig! Insgesamt ist es für mich die intensivste Expedition, die ich je gemacht habe – ein gewaltiges Erlebnis. Von Simone, dem alten „Winterfuchs“, kann ich noch sehr viel lernen. Auf Deiner Facebook-Seite schreibst Du von traurigen Ereignissen. Was ist denn passiert? Heuer hat mich Pakistan fast zum Heimfahren gebracht. Vor lauter „Sicherheitswahn“ konnte man sich hier nicht frei bewegen. Man hat uns auf Schritt und Tritt einen Polizeibeamten mitgeschickt und sogar in der Nacht vors Zimmer gestellt. Als wir Richtung Astor wollten zum Akklimatisieren (mitsamt Zelt, Ski, etc.), da hat man uns bei einer Kontrollstelle der Polizei aufgehalten. Wir hätten einen Polizeibeamten mit uns nehmen sollen, ihm Zelt, Schlafsack und Essen zur Verfügung stellen sollen – dann dürften wir passieren. Ich kann euch gar nicht sagen wie angepisst ich war! Wenn mich jemand meiner Freiheit beraubt, und das vor allem in den Bergen, dann werde ich ganz schön ungemütlich. Armer Simone, der musste mich immer wieder beruhigen. Ich habe mehr als einmal gesagt: Ich fahre heim! Heuer sind mehrere Expeditionen am Berg, das ist ungewöhnlich. Manche Medien schreiben von einem Wettkampf um die Erstbesteigung des Nanga Parbat im Winter. Ist es das? Wir sehen überhaupt keinen Wettkampf in der Besteigung, das ist alles eine Mediengeschichte. Laut einem Artikel auf einer italienischen Internetplattform gibt es hier a) Wettkampf, b) Tod und c) keinen Sex. Im Artikel stand, dass wir alle im Wettkampf sind, statistisch gesehen jemand draufgehen wird, außer wir sind alle so gut, dann könnte es auch besser ausgehen. Und dass die Bergsteiger von heute nur noch an die Schwierigkeitsgrade denken und nicht mehr an die Frauen. Bei einem Treffen aller Bergsteiger in einem Camp haben wir über den Artikel gesprochen und wir haben nur noch gelacht, was die Welt für einen Blödsinn schreibt. Deshalb war unser Spruch von diesem Zeitpunkt an: „Race, Fuck and Die!“ Spielt das Wetter mit? Das Wetter war bis jetzt wirklich gut. Es hat nur zwei Tage geschneit, sonst war es immer schön. Das große Problem hier ist der Wind. Aber wir lassen nicht locker. Die Zeit haben wir! Und kalt ist es! Wir haben zwar keine Thermometer mit dabei in den Hochlagern, aber es ist so kalt, dass sich sogar die Logos der Sponsoren lösen. Jetzt erwarten uns dann 17 Tage „Jetstream“, was am Gipfel bis zu 200 km/h Wind bedeutet. Sieht nach Zwangspause aus. Also läuft nicht alles nach Plan? Im Winter läuft meiner Meinung nach wenig nach Plan. Auch das musste ich erst lernen. Man muss noch motivierter sein, nicht aufgeben und wirklich für den Traum kämpfen, den man hat. Aber dazu bin ich hier! Wie hoch seid Ihr denn schon gekommen, welche Lager eingerichtet? Wir haben bis jetzt vier Mal auf 5.500 Metern, drei Mal auf 5.800 Metern geschlafen. Zwei Mal haben wir versucht höher zu gehen, aber der Wind wollte uns nicht lassen. Stehen die Chancen gut, oder sind Probleme absehbar? Ich bin mir fast hundertprozentig sicher, dass der Gipfel heuer im Winter bestiegen wird. Man muss eben Geduld haben. Probleme kann es hier immer geben, noch viel mehr als normal, denn die Kälte und der Wind machen alles sehr „zäh“. Kleinigkeiten können somit zu einem großen Problem werden. Schon die ganzen Raufereien mit den Batterien auswechseln, Verschlüsse schließen oder öffnen, Steigeisen oder Schneeschuhe anziehen … man holt sich schnell Erfrierungen, und das würde ich wirklich gerne vermeiden, denn dann ist der Traum vom Nanga Geschichte. Zum Abschluss noch ein Gruß an die Blog-Leser? Klar: Liebe Blog-Leser! Ich sitze hier im Basislager und freue mich, dass ihr gerade von mir lest. Es mag hier alles ganz schön und bilderbuchhaft klingen, aber ich lebe gerade mein intensivstes und anspruchsvollstes Abenteuer. Meine Message an euch: Manchmal muss man sich aus seiner Komfortzone heraus trauen, um Großes möglich zu machen – auch wenn es nicht immer sicher gelingt, aber allein der Versuch gibt dem Leben etwas ganz Besonderes. Also: raus in die Natur, die so viele Abenteuer für uns bereit hält! Wir müssen sie nur wollen. Alles Liebe für euch Eure TamaraAuf Deiner Facebook-Seite schreibst Du von traurigen Ereignissen. Was ist denn passiert?

Heuer hat mich Pakistan fast zum Heimfahren gebracht. Vor lauter „Sicherheitswahn“ konnte man sich hier nicht frei bewegen. Man hat uns auf Schritt und Tritt einen Polizeibeamten mitgeschickt und sogar in der Nacht vors Zimmer gestellt. Als wir Richtung Astor wollten zum Akklimatisieren (mit Zelt, Ski, etc.), da hat man uns bei einer Kontrollstelle der Polizei aufgehalten. Wir hätten einen Polizeibeamten mit uns nehmen sollen, ihm Zelt, Schlafsack und Essen zur Verfügung stellen. Ich kann euch gar nicht sagen wie angepisst ich war! Wenn mich jemand meiner Freiheit beraubt, dann werde ich ganz schön ungemütlich. Simone musste mich immer wieder beruhigen. Ich habe mehr als einmal gesagt: Ich fahre heim!

Heuer sind mehrere Expeditionen am Berg, das ist ungewöhnlich. Manche Medien schreiben von einem Wettkampf um die Erstbesteigung des Nanga Parbat im Winter. Ist es das?

Wir sehen überhaupt keinen Wettkampf in der Besteigung, das ist alles eine Mediengeschichte. Laut einem Artikel auf einer italienischen Internetplattform gibt es hier a) Wettkampf, b) Tod und c) keinen Sex. Im Artikel stand, dass wir alle im Wettkampf sind, statistisch gesehen jemand draufgehen wird, außer wir sind alle so gut, dann könnte es auch besser ausgehen. Und dass die Bergsteiger von heute nur noch an die Schwierigkeitsgrade denken und nicht mehr an die Frauen.
Bei einem Treffen aller Bergsteiger in einem Camp haben wir über den Artikel gesprochen und wir haben nur noch gelacht, was die Welt für einen Blödsinn schreibt. Deshalb war unser Spruch von diesem Zeitpunkt an: „Race, Fuck and Die!“

Spielt das Wetter mit?

Das Wetter war bis jetzt wirklich gut. Es hat nur zwei Tage geschneit, sonst war es immer schön. Das große Problem hier ist der Wind. Aber wir lassen nicht locker. Die Zeit haben wir! Und kalt ist es! Wir haben zwar keine Thermometer mit dabei in den Hochlagern, aber es ist so kalt, dass sich sogar die Logos der Sponsoren lösen. Jetzt erwarten uns dann 17 Tage „Jetstream“, was am Gipfel bis zu 200 km/h Wind bedeutet. Sieht nach Zwangspause aus.

Also läuft nicht alles nach Plan?

Im Winter läuft meiner Meinung nach wenig nach Plan. Auch das musste ich erst lernen. Man muss noch motivierter sein, nicht aufgeben und wirklich für den Traum kämpfen, den man hat. Aber dazu bin ich hier!

Wie hoch seid Ihr denn schon gekommen, welche Lager eingerichtet?

Wir haben bis jetzt vier Mal auf 5.500 Metern, drei Mal auf 5.800 Metern geschlafen. Zwei Mal haben wir versucht höher zu gehen, aber der Wind wollte uns nicht lassen.

Tamara Lunger am Nanga ParbatStehen die Chancen gut, oder sind Probleme absehbar?

Ich bin mir fast hundertprozentig sicher, dass der Gipfel heuer im Winter bestiegen wird. Man muss eben Geduld haben. Probleme kann es hier immer geben, noch viel mehr als normal, denn die Kälte und der Wind machen alles sehr „zäh“. Kleinigkeiten können somit zu einem großen Problem werden. Schon die ganzen Raufereien mit den Batterien auswechseln, Verschlüsse schließen oder öffnen, Steigeisen oder Schneeschuhe anziehen … man holt sich schnell Erfrierungen, und das würde ich wirklich gerne vermeiden, denn dann ist der Traum vom Nanga Geschichte.

Zum Abschluss noch ein Gruß an die Blog-Leser?

Klar: Liebe Blog-Leser! Ich sitze hier im Basislager und freue mich, dass ihr gerade von mir lest. Es mag hier alles ganz schön und bilderbuchhaft klingen, aber ich lebe gerade mein intensivstes und anspruchsvollstes Abenteuer. Meine Message an euch: Manchmal muss man sich aus seiner Komfortzone heraus trauen, um Großes möglich zu machen – auch wenn es nicht immer sicher gelingt, aber allein der Versuch gibt dem Leben etwas ganz Besonderes. Also: raus in die Natur, die so viele Abenteuer für uns bereit hält! Wir müssen sie nur wollen.

Alles Liebe für euch
Eure Tamara