Wie schaffe ich eine 30-tägige Expedition in die Wildnis mit Siberian Huskys?

Wer jemals überlegt hat, mit zehn Siberian Huskys auf eine 30-tägige Expedition zu gehen, dem sage ich: Das erfordert wirklich eine Menge Vorbereitung, man muss an unglaublich viele Dinge denken. Warum ich das weiß? Weil ich Musherin (also Lenkerin) eines Hundeschlittengespanns aus reinrassigen Siberian Huskys bin und genau diese Expedition unternommen habe. Los ging es im nördlichsten Teil von Norwegen, in der Stadt Vadsø in der Finnmark. Nach 500 Kilometern und einem Monat auf dem Schlitten erreichten wir unser Ziel, den Varangerhalvøya Nationalpark.

Mein Name ist Sanna. Ich lebe zusammen mit meinem Mann und meinem Rudel Huskys in Norwegen. Ich liebe es, mit ihnen auf Tour zu gehen und dabei meine Grenzen auszuloten. Das Wetter hier oben kann ziemlich rau sein, weshalb ich robuste Kleidung brauche. Bei der GORE-TEX Tested for Life Tryouts Challenge habe ich teilgenommen, um anderen zu zeigen, wofür ich brenne und wie hart und gleichzeitig bereichernd diese Leidenschaft sein kann!

Angefangen hat alles vor sechs Jahren, als ich meinen ersten Husky bekam. Sie hatte etwas ganz Besonderes. Ich wusste sofort, dass großes Potenzial in ihr steckte. Sie als Welpe zu trainieren, war einfach für mich, und ich spürte schnell, dass es zwischen uns eine starke Verbindung gab. Ich stelle mich total gerne einer Herausforderung, denn ich weiß, dass sich harte Arbeit auszahlt. Denn auch wenn ich mich für recht fähig halte – es ist sehr schwer, Huskys abzurichten. 

Mit meinen Huskys gelange ich an Orte, an denen vor mir noch kaum ein Mensch war. Das eröffnet mir einen komplett neuen Blick auf das Leben. Die norwegische Wildnis war für eine lange Zeit unser Zuhause. Und auch wenn mein Mann mir bei der Organisation half, so lenkte ich allein 30 Tage lang über mehr als 500 Kilometer den Schlitten und die Huskys. Das Winterwetter in Norwegen kann unglaublich rau sein und es ändert sich sehr schnell. Die Temperaturen liegen zwischen -10 und -30 °C und der Wind bläst mit 15 bis 35 m/s. Wie man bei solchen Bedingungen überlebt? Mit der richtigen Vorbereitung und GORE-TEX Bekleidung. Die Huskys zogen mich und die komplette Ausrüstung durch 100 bis 250 cm Schnee, über Eis und gefrorene Seen.

 

„Mit guter Ausrüstung, Bekleidung, Training und Planung schafft man fast alles“

Nicht alle Huskys können eine so lange Expedition meistern. Sie müssen nicht nur körperlich sehr gut trainiert sein, sondern (und das ist vielleicht sogar noch wichtiger) auch mental. Damit solche Touren gelingen können, braucht es außerdem einen sehr guten Leithund: Meine schnelle Aurora ist ein ganz besonderer Hund. Sie führt das Gespann auch bei kompletter Dunkelheit und ohne Spur sicher an. Alle meine Huskys trainieren nach einem strengen Trainingsplan. So haben sie vor der Expedition 3.400 Kilometer auf gespurten und ungespurten Wegen bei jedem erdenklichen Wetter zurückgelegt. Mit guter Ausrüstung, Bekleidung, Training und Planung schafft man fast alles. Auf einem gespurten Weg kann jeder Husky laufen, aber richtig herausfordernd wird es, wenn sie den Schlitten ohne Spur bei kompletter Dunkelheit ziehen müssen und der Schnee um sie herum nur so staubt. Bei Pulverschnee ist das Vorankommen manchmal schwierig, weil man so stark einsinkt. Huskys brauchen unbedingtes Vertrauen zu ihrem Musher, denn wenn sie unsicher sind, gehen sie nicht weiter. Es müssen also nicht nur die Huskys trainieren, sondern auch der Musher. Im Mittelpunkt steht dabei das Laufen, aber man muss den Schlitten im Tiefschnee auch schieben können, manchmal auch bergauf. Außerdem muss ich immer ein Auge auf die Huskys haben, um zu sehen, wie es ihnen geht. Ist mit den Pfoten alles in Ordnung? Was machen ihre Muskeln?

Bevor der Musher sich nach einer langen Trainingstour erholen oder etwas essen kann, werden erst die Huskys ausgepannt und mit Wasser und Futter versorgt. Nach jedem Stopp lobe ich sie und sage ihnen, wie gut sie waren. Denn beim Hundeschlittenfahren ist die Verbindung und das Vertrauen zwischen dem Musher und den Huskys alles.

Was passiert wenn auf der Expedition ein Polarsturm kommt?

Ein Ereignis, dass ich nie vergessen werde, war der Polarsturm, in den wir gleich zu Beginn der Expedition gerieten. Der Sturm brach über uns herein und die Huskys waren in kürzester Zeit von Schnee bedeckt. Drei Huskys fühlten sich trotz ihres superdicken Fells unwohl, also holte ich sie zu mir ins Zelt. Der Sturm war tosend laut und durch den umherwirbelnden Schnee konnte ich nicht weiter als ein paar Meter sehen. Der Wind blies mit einer Stärke von 22 bis 24 m/s. Das war wirklich das übelste Wetter, das ich je gesehen oder erlebt habe. Das Zelt hatte ein winziges Loch, wodurch Schnee ins Innere gedrückt wurde. Es war eiskalt, aber ich konnte nichts anderes tun, als zu warten, bis der Sturm vorüberzieht. Als ich das Zelt wieder öffnete, sah ich nichts als Schnee, überall nur Schnee. Aber die Huskys waren sicher und glücklich hinter einer Wand aus Schnee. Der Polarsturm in der Finnmark war so stark, dass wir drei Tage lang nicht weiterziehen konnten. Glücklicherweise war unsere Ausrüstung so gut, dass wir das überlebten. Ich habe oft nach den Hunden geschaut – alles was ich sah, waren ihre Köpfe. Aber das war okay, denn der Schnee schützte sie. Damit sie nicht zu tief im Schnee versanken, schaufelte ich jede Stunde Schnee weg. Ich habe einfach nur darauf gewartet, dass der Sturm vorüberzieht, sodass wir unsere Expedition fortsetzen konnten.

Was ist die richtige Vorbereitung und Ausrüstung für eine Expedition?

Die Vorbereitung braucht viel Zeit. Wichtig ist vor allem, dass ich den Energiebedarf von mir und den Huskys genau berechne. Ein weiterer zentraler Punkt ist das Überprüfen von Ausrüstung und Bekleidung. Außerdem muss ich die Karte und das Klima der jeweiligen Gegenden genau studieren, damit ich weiß, wohin mich der Weg mit meinen Huskys führt. Was am wichtigsten ist? Definitiv die passende Kleidung und Ausrüstung zu haben, denn ist das nicht der Fall, kann so eine Expedition lebensgefährlich sein. Ich trage größtenteils GORE-TEX Bekleidung, denn die ist in jeder Wetterlage einfach die beste. Das extreme Polarklima hier oben im Norden von Norwegen erfordert die bestmögliche Ausstattung zum Schutz vor Kälte und Schnee. Ich trage immer eine isolierte GORE-TEX Hose, eine GORE-TEX Pro Primaloft Jacke und eine GORE-TEX Pro Jacke.

Ich bin überzeugt, dass diese Ausstattung das Beste für diese rauen Bedingungen ist. Bei der Auswahl von Kleidung für derart herausfordernde Situationen und lange Stunden draußen im Freien sind Atmungsaktivität und Robustheit nämlich besonders wichtig.  Ich teste meine Kleidung immer erst auf Trainingstouren. Wenn sie gut passt und jedem Wetter und jeder Trainingsintensität ohne Probleme standhält, dann ist sie perfekt für mich. Ich liebe auch meine Meindl Schuhe aus GORE-TEX Material. Davon habe ich gleich noch ein zweites Paar gekauft, weil sie meine Füße bei -30 °C trocken und überraschend warm halten.

Wie meine Schwangerschaft viel veränderte

Bergebyløpet war Ende Januar dieses Jahres das erste Rennen für unser Team. Es war komisch für mich, einen Teil der Trainingsverantwortung an meinen Mann abzugeben, statt die 100 bis 150 Kilometer pro Woche selber zu absolvieren. Aber ich wurde damals schwanger und das hat viel verändert. Diese Tatsache muss ich akzeptieren. Ich bin sehr gespannt darauf – und auch ein bisschen nervös –, was mein Rudel zu unserem neuen Familienmitglied sagen wird. Ich habe gehört, dass die Stammesleute Huskys früher als Babysitter eingesetzt haben. Auf alle Fälle bin ich sicher, dass es eine starke Verbindung zwischen ihnen geben wird, und ich hoffe von ganzem Herzen, dass unser Kind eines Tages auch Musher werden möchte.

 

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