Schweißtreibende Angelegenheit
Ob Wüste, Regenwald oder Nordpol - Gore kann beinahe jedes Klima weltweit im Labor simulieren und eröffnet damit eine neue Dimension von Komfort und Schutz. Ein Besuch bei Gore in den USA.


Dass GORE-TEX Produkte vor Regen schützen, gleichzeitig atmungsaktiv sind und damit einen gewissen Komfort bieten, ist weltweit bekannt. Aber wie wird Komfort eigentlich gemessen? Woher weiß Gore, dass die Jacken wirklich schützen? Und wie unterstützt Gore zum Beispiel Bergsteiger oder Feuerwehrleute, damit sie sich im Einsatz auf ihr Projekt oder ihre Arbeit konzentrieren können?

Unsere Experten definieren Komfort als "Abwesenheit von Diskomfort". Klingt ungewöhnlich, aber wer sich schon mal Gedanken darüber gemacht, wann die Bekleidung nicht komfortabel war, der kann das vielleicht nachvollziehen. Sprich: Wenn sich deine Bekleidung angenehm anfühlt, dann nennt man das Komfort. Funktionskleidung soll also verschiedene Dinge gleichzeitig können: Regen lässig abperlen lassen, damit man nicht friert, Schweiß durch die diversen Schichten durchlassen, damit der Körper nicht überhitzt, bei der Bewegung nicht einschränken, damit man das machen kann, wofür die Bekleidung konzipiert wurde, und das alles bei einer GORE-TEX Jacke möglichst lange. Bill Gore hat mal sinngemäß gesagt: "Unsere Produkte tun das, was wir sagen, was sie tun - beim ersten Mal und immer wieder."

Komfort im Biophysics Lab testen

Egal ob in der Stadt, auf einem 8.000er Gipfel, beim Polizeieinsatz oder bei Feuerwehrlöscharbeiten, seit über 40 Jahren erforscht Gore wie Komfort und Schutz idealerweise zusammenspielen. Und das seit kurzem in einem neu errichteten Forschungslabor in den USA. Mit einer Gruppe von Journalisten hatte auch ich die Gelegenheit, mir das live vor Ort anzusehen. Das Herzstück ist das "Biophysics Lab". Es besteht aus der "Environmental Chamber" und dem "Rain Room", sowie jeder Menge technischer Testgeräte. Hier kann man bis zu 10 m/Sek Wind machen, Luftfeuchtigkeit künstlich erhöhen oder reduzieren, Temperaturen regeln, zwischen -50 und +50 Grad Celsius, und sogar die Sonneneinstrahlung von Sonnenauf- bis -untergang simulieren. Auf zwei Laufbänder gehen und dabei unterschiedliche Jacken oder Schuhe bei Wind und hoher Luftfeuchtigkeit testen. Man will schließlich herausfinden, wie sich der Körper bei unterschiedlichem Klima verhält.


Im Regenraum können die Techniker diverse Regensituationen nachstellen, vom Nieselregen über "Standard-Landregen" bis hin zu Platzregen. Nebenan stehen technische Messgeräte, bei denen umgehend Materialtests durchgeführt werden können. Matt Decker, Leiter der Komfort Gruppe bei Gore meint, dass mit diesem Biophysics Lab über 95 % der auf der Erde vorherrschenden Klimata simuliert werden können.

Heat & Flame Lab

Aber damit nicht genug: Ebenfalls neu eröffnet wurde das "Heat and Flame Lab". Viele wissen es vielleicht nicht, aber auch Feuerwehrleute oder Polizisten verwenden zu ihrem Schutz Produkte von Gore. Wobei sich Feuerwehrleute weniger vor Regen als mehr vor Hitze und Flammen schützen wollen. Und daher hat Gore ein Labor eingerichtet, um die Hitzebeständigkeit der Materialien zu testen. Hier können die Kollegen Stichflammen oder auch einen Schwelbrand simulieren und vorhersagen, wie die Textilien reagieren - für die Feuerwehr eine überlebenswichtige Information. Außerdem werden Feuerwehranzüge in der Environmental Chamber getestet, denn das Material soll neben hitzebeständig auch noch atmungsaktiv sein, sonst können sich die Feuerwehrleute bei Löscharbeiten womöglich gar nicht auf ihre eigene Arbeit konzentrieren.


Nur die Produkte, die während unserer anspruchsvollen Tests optimalen Schutz und Komfort bieten, schaffen es letztendlich auch auf den Markt. Denn nur wer sich auf die Schutzfunktion seiner Kleidung verlassen kann, hat den Kopf frei für die wirklich wichtigen Dinge.