“SECHS GESCHICHTEN ÜBER GORE-TEX PRODUKTE VOL. 2”: Bunney
BUNNEY’s Job ist, sorgsam gefertigte Produkte herzustellen, die schnell zu Lieblingsstücken werden. Nach enger Zusammenarbeit mit vielen bekannten Streetwear-, Sports- und Fashionbrands, gründete Andrew Bunney 2009 in London sein eigenes Label BUNNEY. Würde man BUNNEY als Unternehmen auf die Arbeit mit edlen Metallen reduzieren, wäre das nur ein Teil der Geschichte. Besonders interessant ist die Perspektive, die Andrew in das Design von Funktionskleidung einbringt. Um den Rahmen des Machbaren voll auszuschöpfen, besuchte er den europäischen Hauptsitz der Marke GORE-TEX. Daraus entstanden neue, für ihn typische, handwerklich präzise Kreationen.


Streben nach Zeitlosem

BUNNEY hat es sich zum Ziel gesetzt, besonders wertvolle Produkte herzustellen. Und Produkte können in vielerlei Hinsicht wertvoll sein. Edelmetalle sind von sich aus schon wertvoll. Wenn Produkte für einen bestimmten Anlass hergestellt werden – sei es einen Geburtstag, eine Hochzeit oder eine Geburt – als Erinnerung an einen wichtigen Moment im Leben eines Menschen – macht sie auch das besonders wertvoll. Ich denke, dass Schmuck dabei – verglichen mit Kleidung – ein einzigartiger Stellenwert zukommt. In der Schmuckbranche versuchen wir Dinge zu schaffen, die zeitlos sind.

Wenn wir an gute Qualität denken, verbinden wir das mit Robustheit, Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit. Wenn wir von europäischen Produkten sprechen, so definiert sich Qualität vielleicht auch durch die Feinheit der Ausführung. Auch Funktionalität ist eng mit Qualität verbunden. Wir bei BUNNEY sehen die Funktion unserer Produkte in der Zeitlosigkeit. Wenn es also um eine Jacke geht, soll sie uns natürlich bei Regen trocken halten, aber sie sollte auch zeitlos sein.

 

Als ich jung war, habe ich mich sehr für Sportbekleidung interessiert. Ich weiß nicht, ob das von meinem Interesse für Laufschuhe kam. Jedenfalls habe ich mich immer instinktiv für die Sportwelt interessiert und dadurch ein gewisses Bewusstsein für Outdoor-Bekleidung entwickelt. Mit Begeisterung habe ich in den Katalogen der Outdoor-Firmen gestöbert. Dabei habe ich mich immer besonders für amerikanische Marken interessiert – sie wirkten irgendwie ein bisschen exotisch und hatten etwas außergewöhnlichere Farben. Ich denke, das ist der Grund, warum ich irgendwann auf die Marke GORE-TEX gestoßen bin. Als Teenager haben mich auch Jacken für Bergsteiger schwer begeistert. Ich bin nicht in London aufgewachsen, und wenn man außerhalb der Großstadt samstags shoppen geht, ist das Angebot schon etwas begrenzt. Dadurch, dass es bestimmte Dinge einfach nicht gibt, wird man erfinderisch und fängt an, den Dingen, die es gibt, irgendeinen Mehrwert zu verpassen. Es kam sicherlich nicht von ungefähr, dass ich mich in Outdoor- und Sportgeschäften umgesehen habe. Als Teenager besuchte ich oft Freunde in San Francisco, die sich mit Skateboarden auskannten, und während meiner Zeit dort kam ich mit neuen Outdoor-Marken in Berührung.

 

Edelmetalle und Funktionskleidung

Wir haben einen Trenchcoat entworfen, der meines Wissens das erste Funktionsbekleidungsteil ist, in das echtes Sterlingsilber eingearbeitet wurde. Wir haben dafür einen neuartigen Druckknopf entwickelt, der sogar einen Stempel bekommen soll. Bei der Nahtversiegelung im Inneren der Kapuze mussten wir teilweise zu extremen Maßnahmen greifen. Wir haben auch einen Arbeitsmantel entworfen. Dafür haben wir einen Stoff verwendet, der Naturtextilien besonders nahe kommt. Ich habe eine sehr gute Beziehung zu meiner Manufaktur. Für meine Kooperationen mit der Marke GORE-TEX konnte ich mich mit meinen Ideen ganz unkompliziert an das Team wenden und bekam Feedback, wie ich meine Vorstellungen umsetzen kann. Es wird einen Arbeitsmantel geben, der rein für Arbeiter gedacht ist und einen anderen, der im normalen Verkauf erhältlich sein wird. Beide haben komplett verschweißte Nähte und sind dreilagig gefertigt. Das Design hat die Funktion reiner Arbeitsbekleidung.

 

Ein Balanceakt zwischen analog und digital

Der Mantel verbindet im wahrsten Sinne des Wortes Handarbeit und Technologie. Er stellt einerseits etwas Neues dar, sieht aber irgendwie doch wie ein Klassiker aus – eine Balance zwischen Tradition und Moderne. Wenn es um Funktionsbekleidung geht, wäre es verkehrt, etwas im Retrolook zu schaffen. Es sollte zukunftsgerichtet sein. Ich denke, einer der Hauptaspekte, um die es mir bei Funktionsbekleidung geht, ist die Balance zwischen analogen und digitalen Elementen. Wenn es zu digital wird, interessiert es mich nicht. Dann verliert es für mich etwas. Wenn es zu analog wird, ist es zu sehr in Traditionen verhaftet und verliert auch an Reiz.

 

Wir bei BUNNEY wollen mit den Besten der Branche zusammenarbeiten. Und wir haben großartige Partner. Für dieses Projekt hat uns die Marke GORE-TEX hervorragende Textilien zur Verfügung gestellt, die sowohl optisch als auch vom Gefühl her genau richtig sind. Sie vermitteln eine moderne Ästhetik, greifen aber auch auf klassische Elemente zurück. Das ist essentiell. Das GORE-TEX Team kümmert sich ernsthaft um das Produkt und um die Leute, mit denen es zusammenarbeitet. Das ist wirklich entscheidend.

 

Ich finde es großartig, dass wir einen solchen Partner haben. Es gibt durchaus Parallelen zwischen Schmuck und Funktionsbekleidung. In beiden Fällen hat das Produkt eine Garantie und die Marke bürgt bis zu einem gewissen Grad dafür, dass es repariert wird, falls Mängel auftreten. Letztendlich ist das GORE-TEX Markenlogo wie Stempel, ein Gütesiegel – ein Zeichen für Qualität. Ich habe nicht vor, BUNNEY zu einer Modemarke zu machen. Ich glaube, es ist echt ungewöhnlich, dass ein Schmucklabel eine GORE-TEX Produktlizenz bekommt!

Autor:Gary Warnett


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