Spaß im Winter
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Wer im Winter richtig Spaß haben will, sollte sich rechtzeitig vor und nach einem Skitag um sein Material kümmern.


Es hat geschneit. Endlich. Hat lang genug rumgezickt bisher in diesem Winter, diese Frau Holle. Jetzt zeigt sie es uns plötzlich doch noch, was sie drauf hat. „Kommst Du morgen früh mit zum Powdern?“ Einfach so, mitten unter der Woche? Warum eigentlich nicht! Das Leben ist schließlich zu kurz, um so seltene Tage wie diese zu verpassen. Bin ja Freiberuflerin, dann halt später eine Nachtschicht einlegen. Ausgemacht!

Muffelnde Klamotten und rostige Ski

Viel Zeit bleibt nicht mehr bis morgen früh, die Vorbereitungshektik beginnt. Da wir vor kurzem umgezogen sind, habe ich keine Ahnung, wo die ganze Ausrüstung im neuen Heim gelandet ist – geschweige denn, ob die Ski schon entsprechend präpariert sind.
Petra RappDer Belag der nach dem letzten Skitag ziemlich achtlos in die Ecke gestellten Bretter zeigt sich traurig trocken, die Kanten sind mit Flugrost übersät. Die Skiklamotten muffeln ebenso wie die Skischuhe, und die Handschuhe sind im Moment gar nicht auffindbar. Alles ziemlich untypisch für mich, die bisher ihrer Skiausrüstung immer sehr viel Aufmerksamkeit und aufwendige Pflege zukommen ließ. Die harte Schule aus rennsportlichen Kindheitstagen, wo uns der Skitrainer am Hang gleich wieder heimgeschickt hat, wenn wir nicht mit adäquat hergerichteten Ski angekommen sind, wirkt lange nach. Aber gut, das Leben hat manchmal andere Prioritäten.

Schlecht laufende Ski sind eine Sache, doch Kälte eine ganz andere. Meine Lieblingshose ist von Peak Performance, gefertigt aus einer der ersten GORE-TEX Softshell Generationen. Sieht zwar noch makellos aus, aber der Oberstoff saugt die Feuchtigkeit des Sessellifts am Hintern so richtig schön auf. Sie gehört längst mal wieder gewaschen und richtig imprägniert. Die Kälte, die sich deshalb jetzt von unten schnell im ganzen Körper breit macht, muss ich jetzt aushalten. Und auch, dass die anderen in den Ausläufen der Hänge mit ihren frisch gewachsten Brettern lässig an mir vorbeiziehen.

Manchmal geht’s halt nicht anders, aber mein Tipp: Wer einen entspannten und genussvollen Start in den so heiß ersehnten Schnee haben will, sollte rechtzeitig seine Ausrüstung checken, herrichten und sie auch danach nicht wieder achtlos in die Ecke stellen.

To-do’s für einen perfekten Skitag

SkiserviceHardware: Wer nicht selbst bei seinen Ski oder Boards Hand anlegen will, sollte seinen Brettern zumindest einmal in der Saison einen professionellen Skiservice im Fachhandel gönnen (kostet zwischen 20 und 30 Euro im Sportfachhandel). Geprüfte DSV aktiv Skiwerkstätten im Sportfachhandel sind online unter www.ski-online.de/partnersportgeschaefte zu finden. Dort kann auch gleich die Bindung und die Funktionstüchtigkeit der Skischuhsohlen (also Skischuhe mitbringen!) kontrolliert werden. Falsch eingestellte Bindungen sind nämlich eine der häufigsten Ursachen für Verletzungen im Skisport. Neben der richtigen Bindungseinstellung sind auch scharfe Kanten und gewachste Beläge ein Muss. Sie garantieren nicht nur maximalen Ski-Spaß, sondern erhöhen darüber hinaus die Sicherheit auf der Skipiste. Ein gut gewarteter und gepflegter Ski gleitet besser, ist einfacher zu fahren und dabei auch besser zu kontrollieren. Während der Saison oder im Skiurlaub kann man übrigens mit Flüssigwachsen und Schleifgummis die Bretter selbst ohne großen Aufwand ein wenig pflegen. Nach dem Skitag Ski und Bindung abtrocknen (den Belag nie in die prallen Sonne stellen) und an einem trockenen Ort aufbewahren. Auch die Skischuhe gut trocknen (evtl. dazu Innenschuhe rausnehmen) und sie danach mit geschlossenen Schnallen trocken lagern und rechtzeitig vor dem Skifahren in einem warmen Raum aufwärmen.

Bekleidung: Passt alles noch? Wie die Skiausrüstung, sollte auch die Bekleidung vor dem Skitag einem Größen- (vor allem bei Kindern!) und Sicherheitscheck unterzogen werden. Wenn man erst am Hang wieder merkt, dass der Druckknopf am Bund kaputt ist und die Hose deshalb den ganzen Tag runterrutscht, ist das ziemlich nervig. Wichtig ist, dass das Ski-Outfit nach dem letzten Skitag in der Saison nicht nur richtig und sauber gewaschen, sondern auch gut imprägniert wird.
Waschen
Ab in die Waschmaschine und danach in den Trockner: So wird der wasserabweisende Effekt reaktiviert.

Meine sehr helle und deshalb leider sehr schmutzanfällige GORE-TEX Lieblingshose, die ich auch oft zum schweißtreibenden Tourengehen verwende, hat schon sehr viele Waschgänge bei 40° im Schonwaschgang (unbedingt ohne Weichspüler!) schadlos überstanden. Durch das Waschen wird sie nicht nur wieder sauber, sondern auch die Atmungsaktivität bleibt so erhalten. Die Poren der absolut wasserdichten wie winddichten und atmungsaktiven Membran verstopfen sonst irgendwann durch Schweiß und Schmutz. Damit aber die Feuchtigkeit von außen nicht vom Oberstoff aufgesaugt wird und so die Hose schwer und unangenehm wird, imprägniere ich sie nach dem Waschen mit einem für GORE-TEX Produkte tauglichen, silikonfreien Imprägnierspray und stecke sie anschließend in den Trockner. Die Wärme des Trockners erneuert den wasserabweisenden Effekt.

Nach dem Skifahren die feuchte Bekleidung gut trocknen lassen, bevor sie wieder in den Schrank verstaut wird. Wer mehr zur richtigen Pflege von GORE-TEX Bekleidung wissen will findet hier alle wichtigen Informationen.

Zubehör: Habe ich alles an Zubehör, was ich brauche? „Wintersportler sollten eigenverantwortlich agieren und selbst entscheiden, welche Zusatzausrüstung für sie wichtig ist“, meint dazu DSV-Sicherheitsexperte Andreas König. Vor allem für Abenteuerlustige, die im Funpark oder im Gelände Abwechslung zum Pistenspaß suchen, sind Rücken-Protektoren sehr zu empfehlen. Obligatorisch sind aber in jedem Fall ein richtig sitzender Skihelm, eine funktionstüchtige, gut schließende Sonnen- und Skibrille mit UVA- und UVB-Filter sowie ein Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor. Und wer gerne Abstecher ins freie Gelände macht: Eine funktionstüchtige LVS-Ausrüstung (Piepser, Schaufel, Sonde), ein Erste-Hilfe-Pack samt Rettungsdecke einpacken und am besten den Umgang mit der LVS-Ausrüstung vorher nochmal üben.