„Der Weg ist das Ziel“ - für immer mehr Menschen darf dieser Weg aber gerne ein bisschen weiter und anspruchsvoller sein. Einmal zu Fuß über die Alpen ist in ambitionierten Bergsportkreisen schon fast ein Muss. Goethe wählte vor über 200 Jahren die Route über den Brenner nach Oberitalien. Alpine Wege, Einkehrmöglichkeiten auf Almen und Schutzhütten gab es damals noch nicht. Heute gibt es viele Routen und die unterschiedlichsten Transalp-Angebote über die Alpen. Wer sich auf den Weg machen will, hat sehr unterschiedliche Möglichkeiten:


Die Vielbegangene - Von Oberstdorf nach Meran
Die Alpenüberquerung vom Allgäu nach Südtirol steht in der Beliebtheitsskala der Alpenüberquerungen ganz weit oben. Sechs Etappen mit 5730 Höhenmetern von Oberstdorf nach Meran und eine gute Infrastruktur warten auf dem E5 auf die Alpenüberquerer. Die durchwandern dabei - in den Sommermonaten allerdings oft in Kolonnen - die unterschiedlichsten Vegetationsformen von schönen Almwiesen und grünen Wäldern in den Allgäuern und Lechtalern, weiter ins Pitztal bis hinauf in die 3000er im Ötztal zu hochalpiner Gletscherlandschaften. Infos: https://www.alpinschule.de/alpenueberquerung/
Der Klassiker: Von München nach Venedig
Für Weitwanderer fast schon ein „Muss“: Die klassische Tour vom Marienplatz zum Markusplatz. Vom oberbayerischen Isartal geht es ins oberitalienische Piavetal, das sind 520 Kilometer abwechslungsreiche Fußreise vom Bauernland bis in die Gletscherregion. Vom Voralpenland ins Karwendelgebirge, vom vergletscherten Alpenhauptkamm hinein in die südlichen Dolomiten. Am Ende nach 28 Tagen Fußweg wartet ein Stadtbummel in der für viele schönsten Stadt der Welt: in Venedig mit Markusplatz, Rialtobrücke und Canal Grande. Infos unter www.davsc.de/aqven
Für Genießer: Von Tegernsee nach Sterzing
Die vier große Tourismusregionen Tegernsee, Achensee, Zillertal und Sterzing bieten 2018 im vierten Jahr eine einheitlich beschilderte Alpenüberquerungs-Route an. Dank ihres einfachen bis mittleren Schwierigkeitsgrads kann sie jeder geübte Wanderer problemlos bewältigen. Die Route führt in sieben Etappen von Gmund am Tegernsee über Wildbad Kreuth, Achenkirch nach Maurach am Achensee. Von dort geht es weiter nach Hochfügen über Mayrhofen weiter nach Pfitsch und durch das Pfitschertal vorbei an urigen Bergbauernhöfen und Dörfern nach Sterzing, der nördlichsten Stadt Italiens. Infos unter www.die-alpenueberquerung.com.
Mit Ausdauer: Die Grande Traversata delle Alpi GTA
Die Grande Traversata delle Alpi, kurz GTA genannt, ist eine der abenteuerlichsten Alpendurchquerungen, da sie nur schwer zugängliche, von der Entvölkerung am meisten betroffene Alpentäler berührt. Vom Schweizer Nufenenpass, dem Übergang vom Wallis ins Tessin, geht es mit gewaltiger Viertausender Kulisse auf alten Saumwegen durch den italienischen Westalpenbogen bis ans Mittelmeer, über 900 Kilometer. Seit der Industrialisierung kämpfen die „vergessenen" Alpentäler der italienischen Region Piemont mit Abwanderung und damit auch mit dem Verlust der traditionellen Bauernkultur. Bleibt die Landschaftspflege durch den Menschen aus, sind die Hänge der Erosion und den Unwettern stärker ausgesetzt. Um dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken, wurde im Jahre 1979 die GTA geboren, damit die alten Verbindungspfade zwischen den Tälern wiederbelebt werden und damit der Wandertourismus den Dorfbewohnern in den Talschlüssen wieder einen Anreiz zum Bleiben gibt. Keine Investition in neue Infrastrukturen, sondern das Vorhandene mit sanftem Tourismus erhalten und fördern. Damit schenkt die GTA dem Wanderer nicht nur einmalige Landschaftserlebnisse, sondern auch eine faszinierende kulturelle Vielfalt. 59 Tage GTA in fünf Reiseetappen, Infos unter www.davsc.de/aqgta1
Mit Komfort: von Garmisch nach Sterzing
Vom Werdenfelser Land in die nördlichste Stadt Italiens: Dieser Weg bietet den Bergliebhabern besonders viele Gewässer. Der Möserer See, der Lichtsee und der Obernberger See, der die Schönheit der umliegenden Bergwelt widerspiegelt, liegen auf der Route. Die Stationen: Nach einem gemütlichen Start mit der Auffahrt der Eckbauerbahn in Richtung Mittenwald und weiter nach Tirol. Durch den Alpenpark Karwendel geht es ins Inntal und durch durch die Stubaier Alpen in Richtung Südtirol nach Sterzing. ASI hat diese Tour mit einem besonderen Komfort im Programm. Neben Gepäcktransport erwarten Outdoorfreunde auch bequeme Drei- und Vier-Sterne-Hotels als Unterkünfte.
Für Individualisten: Auf dem Alpe-Adria-Trail vom Großglockner zum Millstätter See
„Bei dieser Überquerung ist der Pasterzengletscher ein wahres Highlight. Außerdem besticht der Alpe-Adria-Trail mit historischen Wegen, beeindruckenden Wildwasserschluchten und atemberaubenden Blicken von den Panoramaplätzen hoch über dem Millstätter See“, verrät Wanderprofi Ambros Gasser von der Alpinschule Innsbruck. Auf dem Weg liegt das berühmte Bergsteigerdorf Heiligenblut, das einst ein Goldgräberdorf war, die alten Apriacher Stockmühlen und die Künstlerstadt Gmünd. Das Beste zum Schluss: Die Panoramatour auf die Millstätter Alpe begeistert mit einmaligen Aussichten über die Kärntner Seenlandschaft, den Nationalpark Hohetauern bis hin zum Großglockner. Infos: http://www.asi-reisen.de/reiseziele/details/reise/kaernten-individuell-am-alpe-adria-trail.html
Ausrüstungstipp:
Bei einer Alpenüberquerung kann man auch in der warmen Jahreszeit des Öfteren eine richtig kalte Dusche oder wie im Juli 2017 gar heftige Schneeschauer abbekommen. Wind- und wasserdichte GORE-TEX-Bekleidung als Wetterschutz, am besten möglichst klein verpackbar, sowie gut passende Wanderschuhe mit dauerhaft wasserdichter und atmungsaktiver GORE-TEX SURROUND® Produkttechnologie sind deshalb jedem/r Alpenüberquerer/in dringend zu empfehlen.