Waschtag(e): GORE-TEX tat Not bei der Alpine Academy
Die atemberaubende Kulisse der Savoyer Alpen war am Wochendende Heimat der fünften Arc’teryx Alpine Academy. Unser Autor Joachim war dabei.


Laverie du Lyret à deux pas du téléphérique de l'Aiguille du Midi. Hach, dieses Französisch. Es klingt einfach très magnifique. Schön die Lippöhn schpützän und die Sprachmélodie auf der Zunge zergehen lassen wie ein biftèque parfait... Genug der clichés, pardon, Klischees: Wer Französisch kann, der weiß jetzt Bescheid, wo die Laundry-Party (Achtung, Sprachwechsel!) von GORE-TEX bei der Arc'teryx Alpine Academy stattfand. Für alle anderen: Der Waschsalon Lyret befindet sich direkt gegenüber der Talstation der Aiguille du Midi Seilbahn. Klingt nicht halb so gut, macht aber nichts.

Denn nachdem die Teilnehmer der Academy tagsüber rund um und über Chamonix dem Regen und anderen Unbilden getrotzt hatten, konnten sie ihre schmutzigen GORE-TEX Jacken und Hosen in der Laverie abgeben und erhielten sie frisch gewaschen und getrocknet zurück. Über 40 Outfits wurden von den angereisten Experten fachgerecht gepflegt und nach eineinhalb Stunden (ja, so ein Wasch- und Trockenvorgang dauert seine Zeit!) den Besitzern zurückgegeben.

„Das perlt ja voll!“

Manch einer staunte nicht schlecht über das Ergebnis, wie etwa James: „Wow, das Ding sieht wieder wie neu aus. Habt ihr die auch imprägniert? Das Wasser perlt ja voll ab!“ Nein, hatten wir nicht: Bei einigermaßen neuen Jacken wird durch die Wärme bei der Maschinentrocknung (Bügeln geht zur Not auch) die ursprüngliche Imprägnierung reaktiviert. Ganz ohne zusätzliches Imprägniermittel. Für sehr viele Adepten war dies eine neue Erkenntnis, die hoffentlich dazu führt, dass sie ihre GORE-TEX Bekleidung künftig öfter waschen und trocknen und besser pflegen. Dadurch funktioniert und hält sie länger, was wiederum dazu führt, dass man sie nicht so schnell entsorgt. Das ist ökologischer und spart außerdem Geld. Man konnte so allerlei lernen bei dieser Academy – nicht nur Steigeisenanziehen, Bergsteigen oder Bigwallklettern. Aus Gore-Sicht war das Wetter für nachhaltige Eindrücke perfekt. Ein wasserdichtes Outfit war dieses Jahr quasi Pflicht: Regen war jeden Tag in ausreichender Menge dabei. Umso besser konnte man die Wirkung der Imprägnierung beobachten, sei es an den nagelneuen Testjacken, die Arc'teryx ausgegeben hat, oder an den frisch gewaschenen Exemplaren.

Edurne Pasaban in Chamonix

Edurne Pasaban, weltbekannte Höhenbergsteigerin und GORE-TEX Athletin, war auch in Chamonix; als Wasch- und Nachhaltigkeitsbotschafterin. Die Spanierin fühlt sich mittlerweile auch in der relativ dicken Luft der Alpen wohl, nachdem sie zehn Jahre lang auf den Achttausendern dieser Welt unterwegs war. Schon beim letztjährigen Event der GORE-TEX Experience Tour in der Schweiz – natürlich auch eine Bergbesteigung – haben Edurne und Gore auf die Wichtigkeit der richtigen Pflege von Funktionsbekleidung aufmerksam gemacht. In Chamonix taten sie das nun auf eine sehr charmante Art und erzählten und erklärten nicht nur, sondern gaben den Leuten direkt etwas mit.

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Am Samstag kamen ausgewählte Academy-Teilnehmer in den Genuss eines Workshops „Basic Mountaineering Education“ mit Edurne Pasaban. Mit der Seilbahn ging's hinauf auf die Midi und zu Fuß über den schmalen Grat hinunter auf den Gletscher auf rund 3.500 Meter Höhe. Am Vormittag konnten wir uns sogar über Sonne freuen, ab Mittag nebelte es zu und es setzte leichter Niederschlag ein. Dort oben zwar als Schnee (in den Tagen kurz vor und während der Academy fiel rund ein Meter Neuschnee!), aber wieder zurück im Tal wurde sofort wieder klar, was GORE-TEX mit „Guaranteed to keep you dry“ meint.

„Oh my God, she is famous“

„Eso es Edurne, hola“: Schon in der Gondel hinauf wurde Edurne von mehreren Spaniern angesprochen. Die Frau ist in ihrer Heimat ein absoluter Star, während sie hierzulande eher weniger bekannt ist. Olena, eine der Teilnehmerinnen, war während des Workshops Edurnes Seilpartnerin und Edurne gab ihr etwas alpine Nachhilfe. Olena ist des Englischen kaum mächtig und hat nicht viel von dem mitbekommen, was der Bergführer und die Teilnehmer so redeten. Später in Chamonix habe ich Olena wieder getroffen. Sie schlug die Hände zusammen und war ganz aufgeregt: „Oh my God, Edurne, now I know, all 8000er, she is famous, oh my God...“

Use, care, wash, repair

Wie es beim Bergsteigen so üblich ist, gehören Blessuren zum guten Ton und abgewetzte Kleidung und dreckige Schuhe sind der Ausweis des Berghelden. Aber Löcher in der Funktionsjacke finden auch die Coolen nicht cool. Deshalb bot Gore über den Waschtag hinaus auch noch einen Reparatur-Service an. Kleinere Beschädigungen wie das typische „Steigeisen-Dreieck“ wurden an Ort und Stelle verarztet und wasserdicht vernäht und abgeklebt. Danke, Gore: Meine Beta AR Pant ist wieder einsatzbereit. Eine Teilnehmerin ließ sich nicht lumpen und übergab ihre frisch von Gore geflickte Jacke dem Gore Waschdienst. Aber so soll es sein: Nicht nur „guarateed to keep you dry, but also happy“. Oder auf Französisch: Maintenir au sec et heureux. Ob sich das eine oder das andere jetzt besser anhört, darf jeder selbst entscheiden.