Zum Höhentrekking nach Nepal (Teil 1)


Unsere Reise führt uns in die Annapurna Region des Himalaya. Sie ist bekannt für ihre vegetationsreichen und sonnigen Täler, bietet aber auch einige der höchsten Berge der Welt.

Um möglichst viel vom Land zu sehen, reisen wir in einem halben Tag mit dem Bus von Kathmandu nach Pokhara.

Da wir kaum Vorbereitungszeit für unsere Reise hatten, buchen wir Guides bei einer lokalen Trekkingagentur. Maila und Podom planen die Route nach unseren Wünschen. Wir wollen traditionelle Dörfer erleben und in Kontakt zur Bevölkerung kommen. Zudem natürlich viel tolle Aussicht erleben und dabei auf möglichst wenige Touristen treffen. Zum Schluss soll es einen Abstecher ins Annapurna Basecamp geben. Wir planen mit Tagesetappen von 6 bis 7 Stunden.

Das ist unsere Route:

Tag 1: Nayapul (1050 m) bis Puranogoan (1600 m)

Tag 2: Puranogaon bis Lespar (2089 m)

Tag 3: Lespar bis Mohare Danda (3300 m)

Tag 4: Mohare Danda über Deurali bis Muldai View Point (3640 m)

Tag 5+6: Muldai View Point- Hidden Paradise (4100 m)

Tag 7: Hidden Paradise - Chomrong (2100 m)

Tag 8 + 9: ABC Track Chomrong - Himalaya (2920 m) - Annapurna Basecamp (4130 m)

Tag 10: BC - Bamboo (2335 m)

Tag 11: Bamboo - Jhinu Danda mit Quelle (1610 m)

Tag 12: Jhinu Danda - über Landruk (1565 m) - Pothana (1890 m)

Tag 13: Off Day/ Waschtag Pothana

Die Berge sind in Nepal bis zu 3.000 Meter Höhe noch dicht bewachsen, die Täler erstrecken sich unendlich weit. Und so wandern wir tagsüber im kurzärmeligen Shirt unter Rhododendron und Feigenbäumen. Von den ersten beiden Tagen bleiben uns besonders die Begegnungen mit den einheimischen Menschen in den kleinen Dörfern oder auf dem Weg im Gedächtnis. Wir übernachten bei einer jungen Bauernfamilie. Ihre einfache Wohnhütte ist in den für Nepal so typischen knallbunten Farben gestrichen, die Betten zieren fröhliche Blümchendecken. Nebenan grunzen die Wasserbüffel, abends sitzen wir zusammen auf dem Lehmboden am Feuer und lassen Rakshi kreisen, selbstgebrannten Hirseschnaps. Eine solche Übernachtung im Homestay ist absolut empfehlenswert, um Land und Leute besser kennenzulernen und die Bevölkerung zu unterstützen.

Auch in Lespar, unserem nächsten Übernachtungsstop, fühlen wir uns direkt wohl. Das idyllisch von Terrassen umgebene, traditionelle Dorf ist an einem steilen Berghang gelegen. Bis zum Sonnenuntergang erkunden wir über unzählige Steintreppen den verwinkelten Ort und bewundern die Ballfertigkeiten der Dorfbewohner auf dem Volleyballfeld.

Ein landschaftliches Highlight bietet sich uns am Folgetag an der Community Lodge Mohare Danda. Bei bester Sicht erstreckt sich das Bergpanorama vor uns, vom Dhaulagiri über das Annapurnamassiv bis zum Manaslu. Wir können uns kaum sattsehen und klettern auch noch nach Sonnenuntergang mit Stirnlampen entlang des Bergrückens, um immer neue Blicke auf die majestätischen Riesen zu bekommen. Zurück am Feuer in der Lodge sind wir, dem Winter sei Dank, noch immer die einzigen Touristen.

Die Strecke am nächsten Morgen nach Muldai ist landschaftlich besonders schön, die Baumgrenze lassen wir bald hinter uns. Wir entscheiden uns spontan, direkt am spektakulären Muldai Viewpoint unser kleines Zelt aufzuschlagen. Unsere Guides schütteln lachend die Köpfe über unser Vorhaben, schließlich stürmt es am Grat und die Temperaturen fallen nachts deutlich unter den Gefrierpunkt. Sie machen sich auf den Weg ans Feuer im Camp 30 Minuten entfernt. Wir ziehen die Kapuzen unserer Jacken tief ins Gesicht, um uns vor dem kalten Wind zu schützen und fühlen uns wie Könige. Mit den Achttausendern zum Greifen nah und unzähligen Sternen über den Köpfen erleben wir die wohl schönste eisige Nacht unserer Reise.


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